Skip to main content

Zuckersteuer – Burner oder Rohrkrepierer?

Weltweit deuten Studien auf gewisse Präventionseffekte einer Zucker-Fett-Steuer hin. Knackpunkt ist die Evidenz der Untersuchungen.

(Stuttgart, 14. 9. 2020) - Die international seit Jahren schwelende Diskussion über die Sinnhaftigkeit der Einführung einer Zucker-Fett-Steuer auf ungesunde Lebensmittel zum Zwecke der Adipositas- und Diabetes-Prävention – in Deutschland befürwortet die Deutsche Diabetes Gesellschaft solch eine Maßnahme im Rahmen der Nationalen Diabetesstrategie – ist in der gegenwärtigen Pandemiesituation offensichtlich unter die Räder gekommen.

Befeuern könnte die Diskussion nun eine am Freitag in der Cochrane Database of Systematic Reviews veröffentlichte Studie eines internationalen Forscherteams unter Beteiligung der AOK Baden-Württemberg, der Universität Bremen und des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie (doi.org/10.1002/14651858.CD012333.pub2).

Dänen konsumieren 42 Gramm weniger Fett pro Woche

Demnach habe eine Fettsteuer in Dänemark den Absatz von Sahne um fast sechs Prozent reduziert, Hackfleisch sei um vier Prozent weniger nachgefragt gewesen. „Insgesamt konnten wir beobachten, dass die Dänen 42 Gramm weniger Fett pro Woche und Kopf zu sich genommen haben als vor der Einführung der Fettsteuer“, so Dr. Manuela Bombana, Wissenschaftlerin bei der AOK Baden-Württemberg und Mit-Autorin der Studie.

Der Leiter der Studie Dr. Stefan K. Lhachimi, Universität Bremen, betont, dass es sich bei der dänischen Fettsteuer um eine verlorene Chance handelt: „Es ist tragisch, dass die dänische Regierung bzw. andere verantwortliche Institutionen es versäumt haben, diese Maßnahme sinnvoll auf die Gesundheitswirkungen hin zu evaluieren.“

Denn eine Steuer auf gesättigte Fettsäuren wie in Dänemark könne ein guter Ansatz sein, um Junk-Food teurer und damit unattraktiver zu machen. „Jeder hat ein Bauchgefühl dafür, was Junk-Food ist,“ so Lhachimi weiter, „jedoch ist es schwer, hier eine lebensmittelrechtlich eindeutige Definition zu finden.“ Eine Steuer auf ungesättigte Fettsäuren würde automatische viele Produkte aus der Gruppe der Junk-Foods treffen.

HIER weiterlesen…