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Zeigt her Eure Füße!

Praxis für DIABETISCHEN FUSS eröffnet im MED 22 – Kassa bezahlt Vorsorgecheck

Anno 2019 ist der diabetische Fuß ein Schwerpunktthema. Die Betroffenen sind häufig verunsichert, immer wieder taucht das Wort „Amputation“ auf. Die Wiener Gebietskrankenkasse hat nun ein Zeichen gesetzt. Ein Zentrum, das sich ausschließlich mit Wundheilungsstörungen befasst, wurde beschlossen. Zusätzlich wird in dem neuen Zentrum auch die Vorsorge, speziell beim diabetischen Fußsyndrom, angedacht. Geleitet wird die Praxis von Dr. Adalbert Strasser, einem ausgewiesenen Experten, der als ehrenamtlicher Präsident der Aktiven Diabetiker Austria vor allem das Wohl der Patienten mit Diabetes auf seine Fahnen geschrieben hat.

DIABETES AUSTRIA (DA) Herr Dr. Strasser - am 23. Oktober eröffnen Sie mit zwei Kollegen in Wien Donaustadt ein Zentrum zur Behandlung chronischer Wunden, also Wunden die nicht oder schlecht heilen. Hat die Behandlung chronischer Wunden nun so einen Stellenwert erreicht, dass ein Zentrum errichtet wird?

Dr. Strasser: Blickt man die letzten Jahre, ja Jahrzehnte zurück, hat sich gezeigt, wie wichtig und notwendig so ein Zentrum ist, speziell für Diabetiker. 20 % der Diabetiker erkranken im Laufe ihres Lebens an dem „Diabetischen Fußsyndrom“. Bei 20 % davon kommt es in Folge zu Amputationen. Als Präsident der ADA, aber auch als Spezialist für den Diabetischen Fuß und für chronischen Wundheilungsstörungen, erhalte ich immer wieder Anfragen von Betroffenen. Oft sind Verunsicherung und Ängste zu spüren.

DA: Aber viele Diabetiker wissen ja gar nicht, dass es ein „Diabetisches Fußsyndrom“ gibt, wie will man diese Betroffenen erreichen?

Dr. Strasser: Die Aufklärung der Betroffenen steht an erster Stelle. Es erfolgt die Aufklärung zum Beispiel über die Schulung der Gruppenleiter der Diabetes Selbsthilfe Vereine, auf Initiative der Österreichischen Diabetes Gesellschaft. Die Gruppenleiter geben ihr Wissen an ihre Mitglieder dann weiter.

DA: Werden auch die Hausärztinnen und Hausärzte mit einbezogen?

Dr. Strasser: Ja natürlich – die Hausärzte, speziell die „Therapie aktiv Ärztinnen und Ärzte“ untersuchen die Betroffenen und klären sie über ihr Risiko auf.

DA: Ist die Aufklärung auch in Ihrem Zentrum ein Thema?

Dr. Strasser: Der „Fuß Check NEU“ ist ein wesentlicher Bestandteil des Aufgabenprofils dieses Zentrums. Er ist eine Initiative der WGKK. Jeder Diabetiker hat die Möglichkeit zu uns zu kommen und wir untersuchen seine Füße, wir klären ihn auf, wir beraten ihn. Wenn erforderlich, werden sogleich Maßnahmen eingeleitet wie zum Beispiel die Verordnung von orthopädischen Einlagen, die verhindern sollen, dass es zu Problemen kommt.

DA: Was kostet so eine Vorsorgeuntersuchung für Füße?

Dr. Strasser: Der Betroffene muss nichts bezahlen – es ist eine Kassenleistung. Das Zentrum wird als „Ordination mit ALLEN KASSEN“ geführt. Die Vorsorge ist ja ein wesentlicher Bestandteil der Österreichischen Diabetes Strategie, um die Entstehung des „manifesten Diabetischen Fußsyndroms“ zu verhindern.

DA:Was bedeutet „manifestes Diabetisches Fußsyndrom“?

Dr.Strasser: Bei der Manifestation, da finden wir schon das klinische Krankheitsbild vor, das heißt, es gibt dann schon Probleme, eine offene Wunde, ein Geschwür zum Beispiel, das nicht heilen will.

DA: Und diese Wunden werden dann im Zentrum auch behandelt?

Dr. Strasser: Ja, natürlich.

DA: Wie aufwendig sind die Behandlungen, die dann erforderlich sind?

Dr. Strasser: Die Behandlung chronischer Wundheilungsstörungen ist sehr aufwendig. Vor allem ist es nötig, dem Patienten eine personelle und zeitliche Kontinuität in der Betreuung zu gewährleisten. Der Erfolg der Behandlung hängt in hohem Maße davon ab. Im Zentrum wird ein Journaldienst auch an Feiertagen eingerichtet, es gibt keine „Urlaubszeiten“, wo die Ordination geschlossen ist und die Patienten nicht betreut werden.

DA: Abgesehen vom Diabetes-Patienten und seinem Fußsyndrom gibt es ja auch andere chronische Wunden, die schlecht heilen, zum Beispiel das „Wundliegen“ oder offene Beine bei Erkrankungen der Venen. Werden auch diese Patienten in dem Zentrum behandelt?

Dr. Strasser: Natürlich, jede chronische Wunde wird behandelt. Die Ursachen, die zu schlecht heilenden Wunden führen sind weit gestreut. Erkrankungen der Arterien, Venen, Lymphe, Erkrankungen der Nerven, nach Unfällen, chirurgischen Eingriffen oder Strahlentherapien, alle diese Veränderungen können zu einer chronischen Wundheilungsstörung führen.

DA: Eine Vielzahl von Ursachen, kann man das alles wissen?

Dr. Strasser: Die Behandlung chronischer Wunden erfordert Wissen auf allen Gebieten der Medizin und viel Erfahrung. Ich habe mich über Jahrzehnte mit Wunden auseinandergesetzt, aber man lernt immer wieder dazu. Es ist uns auch gelungen, ein Netzwerk aufzubauen, welches eine Rundumbetreuung garantiert. Wir versuchen und bemühen uns, dem Patienten „lange Wege“ zu ersparen.

DA:Was bedeutet das in der Praxis?

Dr. Strasser: Ganz einfach, durch die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen im MED 22 in der Donaustadt. Ein Röntgen zum Beispiel – der Patient wird sofort an die Röntgenordination im Haus überwiesen, wir erhalten den Befund digital und können somit sofort mit der Therapie beginnen. Wir ersparen dem Patienten somit mühsame Wege und keine Verzögerung in der Behandlung, es wird wertvolle Zeit gewonnen.

DA:Chronische Wunden gibt es ja nicht nur in Wien – können auch Betroffene aus den angrenzenden Bundesländern kommen?

Dr. Strasser: Das stimmt leider, chronische Wunden, den diabetischen Fuß gibt es nicht nur in Wien, sondern von Vorarlberg bis ins Burgenland. Wie gesagt: „Alle Kassen“ und „jeder“ kann kommen.

DA: Und die, die physisch nicht kommen können, gibt es „Hausbesuche“?

Dr. Strasser: Es ist geplant mit dem „Mobilen Pflegediensten“ zusammenzuarbeiten, Hilfestellung zu leisten, zu kooperieren.

DA: Wie läuft das ab?

Dr. Strasser: Koordination und der Wille zur Kooperation sind gefordert. Telefonische Kontaktaufnahme, Terminisierung – in der Zeit der mobilen Kommunikation kein Problem mehr.

DA: Kommen dann auf den Patienten Kosten zu?

Dr. Strasser: Nein, auch der Hausbesuch ist eine Kassenleistung und wird nicht gesondert abgerechnet.

DA: Wartezeiten – wir kennen das aus den überfüllten Spitalsambulanzen, ist das ein Thema? Viele Patienten leiden darunter.

Dr. Strasser: Ja, auch wir kennen das Problem. Deshalb gibt es im Zentrum ein Zeitmanagement, es wird auf die Bedürfnisse der Patienten Rücksicht genommen. Wir werden somit auch die Spitalsambulanzen entlasten und unterstützen.

DA:  Wo wird das Zentrum entstehen?

Dr. Strasser: In der Donaustadt, im bereits bekannten MED22, Stadlauer Straße 62.

DA: Wann ist der Start?

Dr. Strasser: 23. Oktober 2019

DA: Wir danken für das Gespräch.

Wundzentrum Wien 22 - Ordination mit allen Kassen

Das Wundzentrum Wien 22, bestehend aus chirurgischen Fachärzten sowie qualifizierten diplomierten Gesundheits- und KrankenpflegerInnen mit langjähriger Erfahrung in der Behandlung chronischer Wundheilungsstörungen, stellt einen Knotenpunkt im Management komplexer Wundpatienten dar.

Zur kontinuierlichen Patientenbetreuung ist die Praxis ganzjährig geöffnet und durch die Ansiedelung im Ärztezentrum Med22 stehen wichtige Kooperationspartner zur raschen Diagnostik zur Verfügung. Lange Wege bzw. Wartezeiten werden so für den Patienten minimiert.

Das Wundzentrum Wien 22 kooperiert mit allen im Umfeld des modernen Wundmanagement tätigen Pflege- und Berufsgruppen.

Schwerpunkte:

  • Behandlung bei diabetischen Wundheilungsstörungen
  • Behandlung bei arteriellen, venösen und lymphatischen Wunden
  • Hilfe bei neuropathischen Wunden
  • Behandlung von posttraumatischen Wunden
  • Dekubitusbehandlung
  • Postoperative Wundheilung
  • Wundbehandlung bei Bestrahlungsspätfolgen
  • Beratung bei rheumatoidem Fußsyndrom
  • Fuß Check: Regelmäßige Inspektion von Beinen und Füßen

Ordinationszeiten:

MO 8-13 und 14-19 Uhr

DI 8-13 und 14-19 Uhr

MI 8-12.30 Uhr

DO 10.30-15 und 16-20 Uhr

FR 8-12 und 13-16 Uhr

Kontakt:

Gesundheitszentrum Med22

Stadlauerstrasse 62

1220 Wien

Tel.: 01 2802652 · FAX DW 89

www.wzw22.at