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Was Diabetes mit den Gelenken zu tun hat

(18.1.2021) - Erhöhte Zuckerwerte beeinflussen die Gesundheit auf vielerlei Weise. Relativ wenig bekannt: Menschen mit Diabetes kämpfen häufiger mit Beschwerden an Gelenken, Knochen oder Sehnen. Wer das rechtzeitig erkennt, kann oft gegensteuern.

Schultersteife (Frozen Shoulder)

Symptome: Zunächst Schmerzen, die mit der Zeit zunehmen und auch in Ruhe auftreten. Im nächsten Stadium "friert" die Schulter ein und lässt sich kaum noch bewegen. Nach Monaten bis Jahren klingen die Beschwerden oft von allein wieder ab.

Grund: Bei der Schultersteife entzündet sich zunächst das Gelenk, anschließend "verklebt" die Gelenkkapsel. Ursachen sind nicht geklärt. Menschen mit Diabetes sind etwa fünfmal häufiger betroffen als Stoffwechselgesunde.

Therapie: Die Heilung braucht Zeit. Kortison kann die Schmerzen lindern, Physiotherapie die Beweglichkeit verbessern.

Diabetische Cheiroarthropathie

Symptome: Verdickung der Haut an den Fingern, verbunden mit einer eingeschränkten Beweglichkeit. Die Finger lassen sich nicht mehr strecken.

Grund: Wahrscheinlich spielen eine verminderte Durchblutung der kleinen Blutgefäße (Mikroangiopathie) bei Diabetes sowie eine Störung im Aufbau der Haut (Kollagensynthese) eine Rolle.

Therapie: Physiotherapie hilft, dass die Gelenke beweglich bleiben. Medikamente (nicht steroidale Antiphlogistika) können die Therapie unterstützen.

Idiopathische spinale Hyperostose (DISH)

Symptome: Die Wirbelsäule versteift und kann sich vor allem im Bereich der Brustwirbelsäule krümmen. DISH verursacht mitunter starke Schmerzen. 13 bis 40 Prozent der Menschen mit Typ-2-Diabetes sind betroffen.

Grund: Es handelt sich um eine entzündliche Erkrankung mit unklarer Ursache. An Sehnen, Gelenkkapseln und Knochen der Wirbelkörper bildet sich Knochengewebe.

Therapie: Bewegung, Muskelaufbau und gute Einstellung des Zuckerstoffwechsels helfen.

Karpaltunnel-Syndrom

Symptome: Zunächst oft Kribbeln, Brennen oder Taubheitsgefühl in den Fingern. Hinzu kommen Schmerzen (oft nachts) bis hin zu Bewegungseinschränkungen und Lähmungserscheinungen.

Grund: Beim Karpaltunnel handelt es sich um eine Engstelle im Handgelenk. Zu Beschwerden kann es aufgrund erblicher Faktoren, starker Belastung oder durch verschiedene Krankheiten kommen. Menschen mit diabetischen Nervenschäden sind doppelt so häufig betroffen.

Therapie: Eine frühzeitige Therapie kann Folgeschäden oft verhindern. Schonung, spezielle Armschienen sowie eine medikamentöse Behandlung mit Kortison kommen in Betracht. Auch eine Operation ist möglich.

Charcot-Fuß

Symptome: Schwellung, Rötung und Überwärmung des Fußes. Später können Knochen- und Gelenkveränderungen sowie Fußdeformationen und Geschwüre auftreten.

Grund: Seltene Spätkomplikation bei Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes, die in Verbindung mit Nervenschäden und dem diabetischen Fußsyndrom steht.

Therapie: Wird der Charcot-Fuß rechtzeitig erkannt, lassen sich durch Ruhigstellung und anschließendes Tragen von Maßschuhen bleibende Schäden vermeiden.

Wichtig: Sprechen Sie bei Bewegungseinschränkungen mit Ihrem Arzt. Eine rechtzeitige Therapie kann oft Schlimmeres verhindern.

Quelle: https://www.aponet.de/