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Teetrinken kann Diabetes vorbeugen

Gute Nachrichten für Tee-Fans: Das Heißgetränk kann offenbar vor Diabetes schützen – zumindest, wenn man sich an bestimmten Sorten bedient und eine gewisse Anzahl pro Tag konsumiert. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie aus China.

(21.9.2022) - Trinken Sie gerne Grünen, Schwarzen oder Oolong-Tee – und davon mehrere Tassen täglich? Dann können sie laut einer neuen chinesischen Studie von einem gesundheitlichen Effekt profitieren. Bei der Auswertung von 19 Studien mit Teilnehmern aus acht Ländern kamen die Wissenschaftler nämlich zu dem Schluss, dass diese Tees mit einem geringeren Risiko für die Entstehung von Diabetes Typ 2 verbunden sind.

Wie lief die Studie ab?

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2020 konnte bereits eine gewisse Schutzwirkung von Tee in Bezug auf Typ-2-Diabetes aufzeigen. Sie kam zu der Erkenntnis, dass die Kombi aus Grünem Tee und Kaffee bei Menschen, die bereits an der Diabetes-Form erkrankt waren, lebensverlängernd wirken kann.1

Um die Wirkung von Tee auf das Risiko für die Entstehung von Diabetes zu untersuchen, führten Forscher der Wuhan University of Science and Technology in China eine zweiteilige Studie durch. Dabei konzentrierten sie sich auf drei Teesorten: Grüner Tee, Schwarzer Tee und Oolong-Tee. Die Ergebnisse präsentieren sie auf der aktuell stattfindenden Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Stockholm (Schweden) – und stellten sie vorab in einer Pressemitteilung vor.2

Kohortenstudie mit 5.199 Erwachsenen

Im ersten Schritt analysierten sie Daten von 5199 Erwachsenen (2583 Männer, 2616 Frauen, Durchschnittsalter 42 Jahre), die 1997 für das China Health and Nutrition Survey (CHS) rekrutiert und bis 2009 beobachtet worden waren. Zu Beginn der Datenerfassung hatte keiner der Teilnehmer eine Vorgeschichte mit Diabetes. Im Rahmen des CHS füllten die Probanden Fragebögen aus und gaben an, wie häufig sie bestimmte Lebensmittel und Getränke konsumierten. Außerdem machten sie Angaben zu Lebensstilfaktoren wie Sport, Rauchen und Alkoholkonsum. Insgesamt gaben 2379 Probanden (also 46 Prozent) an, Teetrinker zu sein. Bis zum Ende der Studie hatten 522 Studienteilnehmer (zehn Prozent) Typ-2-Diabetes entwickelt.

Dosis-Wirkungs-Analyse mit Daten von rund einer Million Probanden

Im zweiten Teil der Studie wurde untersucht, ob unterschiedliche Teesorten (grün, schwarz, Oolong) unterschiedlich wirken und ob die Dosis bzw. die Häufigkeit eine Rolle spielt. Dafür führten die Wissenschaftler eine Analyse von 19 Studien, die einen Zusammenhang zwischen Teetrinken und der Entstehung von Typ-2-Diabetes untersucht hatten, durch. Diese umfassten Daten von insgesamt 1.076.311 Teilnehmern ab 18 Jahren aus acht Ländern.

Tee hat ähnliche Schutzwirkung wie Alkoholverzicht

Im ersten Teil ihrer Studie, also der Analyse der CHS-Daten von 5199 Erwachsenen, kamen die Forscher zunächst zu dem Schluss, dass die gesundheitliche Wirkung in Bezug auf Typ-2-Diabetes von Tee mit dem Verzicht auf Alkohol gleichzusetzen sei. Mit anderen Worten: Auch nach Berücksichtigung von Faktoren wie Alter, Geschlecht oder Maß an sportlichen Aktivitäten erwies sich, dass Teetrinker ein ähnliches Diabetes-Risiko wie Nichttrinker aufwiesen.

Vier Tassen Tee pro Tag senken das Risiko für Diabetes um 17 Prozent

Die Meta-Analyse der 19 Studien im zweiten Teil der Studie lieferte ergänzende Erkenntnisse. Es zeigte sich, dass die untersuchten Teesorten keinen Unterschied machten, die Dosis dagegen schon. Was die konsumierte Teemenge angeht, ließen sich die Daten der Probanden in drei Gruppen unterteilen:

  • weniger als 1 Tasse Tee pro Tag
  • 1 bis 3 Tassen Tee pro Tag
  • 4 oder mehr Tassen Tee pro Tag

Die Meta-Analyse ergab einen linearen Zusammenhang zwischen Teetrinken und dem Typ-2-Diabetes-Risiko, wobei jede täglich mehr konsumierte Tasse Tee das Risiko, die Stoffwechselkrankheit zu entwickeln, um ein Prozent zu senken schien. So verringerten Erwachsene, die täglich 1 bis 3 Tassen Tee tranken, im Vergleich zu Probanden, die keinen Tee tranken, ihr Risiko um vier Prozent. Dagegen sank das Risiko bei den Personen, die mindestens vier Tassen Tee pro Tag tranken, um 17 Prozent.

Dieser Zusammenhang bestand unabhängig davon, ob die Probanden Grünen, Schwarzen, oder Oolong-Tee bevorzugten. Auch Faktoren wie Geschlecht und Wohnort änderten daran nichts. Daraus schlussfolgern die Forscher, dass tatsächlich die Menge des konsumierten Tees ausschlaggebend für die offenbar schützende Wirkung ist.

Einordnung der Tee-Studie

Wie bereits erwähnt wird die Studie im Rahmen des Kongresses in Stockholm vorgestellt. In einem Fachmagazin ist sie noch nicht erschienen und auch eine Peer-Review steht noch aus. Ferner handelt es sich um eine Meta-Analyse von Beobachtungsstudien. Deshalb kann die Studie keinen kausalen Zusammenhang zwischen Teetrinken und einem niedrigeren Diabetesrisiko belegen.

Häufiger mal Tee trinken

Auch wenn weitere Forschung nötig ist, um zu verstehen, wie genau Tee der Entstehung von Diabetes vorbeugen kann, stimmen die Erkenntnisse die Forschenden positiv. „Unsere Ergebnisse sind aufregend, weil sie darauf hindeuten, dass Menschen durch etwas so Einfaches wie vier Tassen Tee am Tag ihr Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, verringern können“, erklärt die Hauptautorin Xiaying Li.

Quellen