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Studie: Behandlung von Typ 2 Diabetes während der COVID-19-Pandemie

Erster Lockdown mit Versorgungsdefiziten

(Frankfurt, 23.04.21) - Die Untersuchung von Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Behandlung von Patienten mit verschiedenen Erkrankungen ist wichtig, um Erkenntnisse über die Versorgung zu erlangen. Forscher von IQVIA, des deutschen Diabetes-Zentrums und einer französischen Universität haben Änderungen des Medikationsschemas bei Diabetes mellitus Typ 2 für zwei Zeiträume, jeweils vor und während der Pandemie, auf Basis sog. Real World Daten für Deutschland verglichen. Danach zeigt sich insgesamt ein Rückgang der Anzahl von Patienten mit Therapiewechseln vor allem zur Zeit des ersten Lockdowns im Vergleich mit dem Vorjahr. Die Forscher ziehen den Schluss, dass die Pandemie in dieser Zeit einen negativen Effekt auf die Diabetes-Versorgung hatte, da bei dieser Erkrankung eine kontinuierliche Überwachung des Blutzuckerspiegels und ggf. Anpassung der Medikation notwendig ist.

Diabetes gehört mit zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. Angaben zur Verbreitung der Erkrankung in Deutschland bewegen sich zwischen rund 7 und 9 %.[1] Das entspricht bis zu über 7 Mio. Betroffenen. Deren medikamentöse Versorgung bestimmt sich je nach Schweregrad entsprechend einer Stufentherapie. Ärzten stehen dabei verschiedene Arten von Arzneimitteln zur Senkung des Blutzuckers zur Verfügung.

Die Coronavirus-Erkrankung-2019 (COVID-19) führte auch in Deutschland zeitweise zu hohen Infektionsraten, weswegen vom 23. März bis Anfang Mai 2020 ein erster Lockdown verhängt wurde. Forscher von IQVIA, des deutschen Diabetes-Zentrums und einer französischen Universität haben untersucht, wie sich diese Zeit der Kontaktblockade auf die Versorgung von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 (T2DM) ausgewirkt hat. Das Besondere an der Studie ist zum einen die hohe Zahl von Patienten mit T2DM: zwischen Januar und Juli 2019 wurden 79.268 und zwischen Januar und Juli 2020 85.046 Personen einbezogen, die mindestens eine Konsultation in einer von 940 Allgemeinpraxen (einschließlich Diabetologen) in Deutschland hatten. Zum anderen ermöglichen die Daten aus der retrospektiven Datenbank Disease Analyzer[2] die Analyse von Therapiewechseln. Denn therapeutische Änderungen können nicht nur für das kurzfristige Management von Diabetes, sondern auch für den langfristigen Verlauf der Erkrankung und potenziell schädliche Folgen (z. B. mikrovaskuläre Komplikationen, makrovaskuläre Komplikationen und Mortalität) eine wichtige Rolle spielen.

Daher kommt einer möglichen Therapieanpassung, die kontinuierlich im Auge behalten werden sollte, eine entsprechend große Bedeutung zu. Als Therapiewechsel wurde hier die Verordnung neuer glukosesenkender Medikamente mit oder ohne Absetzen der bisherigen Behandlungen definiert (Therapieswitch bzw. Add-on-Therapie). Berechnet wurde die Anzahl der T2DM-Patienten mit mindestens einem Medikamentenwechsel im Zeitraum vom 1. Januar bis 14. März in 2019 und 2020 und im Zeitraum vom 15. März bis 31. Juli in beiden Jahren. Der März 2020 entsprach dem Beginn des Lockdowns in Deutschland.

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