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Sars-CoV-2 infiziert auch Pankreas

Eine Infektion mit Sars-CoV-2 kann nicht nur die Lunge, sondern eine ganze Reihe weiterer Organe betreffen. Dazu gehört auch die Bauchspeicheldrüse, wie Forschende der Universität Ulm nun belegen können.

(19.2.2021) - Sars-CoV-2 kann auch die Bauchspeicheldrüse infizieren und so den Zuckerstoffwechsel beeinflussen. Das haben Forschende der Universität Ulm herausgefunden. Betroffen davon sind vor allem Covid-19-Patienten, bei denen die Krankheit gravierend verläuft. Bei diesen Patienten traten in der Vergangenheit häufiger Symptome auf, die auf einen Insulinmangel hindeuteten und an die Symptome von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 erinnerten. Die behandelnden Ärzte sahen Anzeichen von gravierender Überzuckerung, der sogenannten Hyperglykämie oder sogar der sogenannten Ketoazidos, der Übersäuerung des Blutes. Beide Krankheitsbilder werden als dringend behandlungsbedürftige Komplikationen bei Diabetes mellitus eingeordnet.

"Aktuelle Studien berichten dazu über Verschlechterungen bekannter Diabetes mellitus Erkrankungen, aber auch über Fälle von neu aufgetretenem Diabetes nach durchgemachter Covid-19 Erkrankung", erläutert Professor Alexander Kleger, der an Studie beteiligt war laut einer Mitteilung der Universität Ulm. Das Forscherteam wollte nun wissen, wie es dazu kommt und ging das Problem auf verschiedene Weisen an.

Infektion mit Sars-CoV-2 im Labor

Zunächst wurde im Labor Gewebe aus der menschlichen Bauchspeicheldrüse mit Sars-CoV-2 in Kontakt gebracht. So sollte geklärt werden, ob sich die dort befindlichen Inselorgane, die sogenannten Langerhans-Inseln, mit dem Virus infizieren lassen. Die Langerhans-Inseln, die nach ihrem Entdecker benannt wurden, bestehen aus verschiedenen Zelltypen, die sich zu kleinen, kugeligen Strukturen zusammenfinden und so verschiedene Hormone produzieren. In diesen Strukturen finden sich auch die insulinbildenden Beta-Zellen.

Die Forschenden sahen im Labor, dass Sars-CoV-2 auch hier die körpereigenen Proteine TMPRSS2 und ACE2 nutzt, um sich den Zutritt zu den Zellen zu verschaffen, sich dann zu vervielfältigen und weiter auszubreiten. Zudem konnte festgestellt werden, dass sich mit Sars-CoV-2-infiziertes Gewebe, das normalerweise Insulin produziert, in Form und Funktion entscheidend verändert. "Dabei fiel auf, dass die Anzahl der Insulin-Granula reduziert war, in denen die Beta-Zellen das Insulin speichern. Kein Wunder also, dass in diesen Fällen die Ausschüttung dieses lebenswichtigen, Blutzuckerspiegel-regulierenden Hormons gestört war", betonen Dr. Janis Müller und Dr. Sandra Heller, die ebenfalls an der Studie beteiligt waren.

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