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Psychisch krank – wie fühlt sich das an?

Schlechte Laune oder ernsthaft krank? Missverständnisse und Vorurteile über Krankheiten der Seele gibt es mehr als reichlich. Dabei sind sie der reine Horror für Betroffene.

Von Peter P. Hopfinger und Mia Bruckner

„Ich fürchte, ich hab eine Depression.“ Nicht nur die dunklen Wintermonate, sondern auch die Isolation im Lockdown, lassen viele Menschen solche Seufzer ausstoßen. Doch zum Glück haben die meisten nur schlechte Laune. Aber in diesen Pandemiezeiten nehmen auch echte Erkrankungen zu. Was bedeutet es, seelisch krank zu sein. Ein Überblick über die zwölf häufigsten psychischen Erkrankungen.

Missverständnisse und Vorurteile über Krankheiten der Seele gibt es mehr als reichlich. Dabei sind sie der reine Horror für Betroffene: mehr als 90 Prozent der Suizidversuche sind Folge einer psychischen Erkrankung wissen Angstforscher längst.

Dabei sieht und merkt man psychisch Kranken ihre Not nicht an, sie sind auch nicht weniger intelligent und werden auch nicht häufiger straffällig.

Ein Klischee stimmt allerdings: Psychotiker und Persönlichkeitsgestörte sind oft besonders kreative Menschen und wählen daher auch entsprechende Berufe.

Es gibt rund 500 psychische Erkrankungen und die Zahl der Diagnosen steigt permanent. Vor allem auch deshalb, weil sich heute viel mehr Menschen trauen, einen Therapeuten aufzusuchen. Süchte, Ängste und Depressionen werden mehr, genetisch bedingte Krankheiten, wie etwa Schizophrenie, steigen nicht an.

Auffälliges Verhalten allein bedeutet noch keine Erkrankung. Nicht jeder Perfektionist ist zwangskrank und nicht jeder mit knallbunter Kleidung ist ein Histrioniker (also jemand, der extrem theatralisch auftritt).

Es gibt ängstliche, depressive oder narzisstische Persönlichkeiten, die völlig gesund sind. Die Grenzen sind fließend.

Die Faustregel: Krankheit beginnt dort, wenn der Mensch leidet. Und da niemand ohne Leidensdruck einen Therapeuten aufsucht, wundert es wenig, wenn letztere auch meistens eine Diagnose finden. Aber: seriöse Ärzte und Psychologen diagnostizieren schwere Erkrankungen (etwa Persönlichkeitsstörungen) erst nach wochenlangen Gesprächen und wenn bestimmte Parameter erfüllt sind.

Nicht wenige haben mehrere Krankheiten. So litt etwa der Kopilot, der im März 2015 eine Passagiermaschine an einen Berg steuerte, zwar an Depressionen und Ängsten, aber sie alleine machen noch niemand zum Mörder. Wer 149 Menschen mit sich in den Tod nimmt, muss von totaler Macht geträumt haben. Das sind Zeichen für starken Narzissmus und der Wunsch nach weltweiter Aufmerksamkeit. Die kaltblütige Planung des Massenmordes spricht zudem für dissoziale Züge.

So wenig, wie man alle psychischen Erkrankungen in einen Topf werfen kann, so unterschiedlich sind die Heilungschancen. „Einfache Ängste“ wie z.B. eine Spinnenphobie sind am schnellsten besiegt, am besten mit Verhaltensübungen. Tabletten halten Psychosen unter Kontrolle. Leider gibt es bei Persönlichkeitsstörungen keine Wundermittel. Schließlich prägen tiefgreifende Verhaltensmuster den Charakter. Aber Linderung ist möglich: ein Mix aus Psychotherapie und verschiedenen Medikamenten kann Kranken helfen.

Angststörung:

Angst ist eine Reaktion des menschlichen Organismus, die einerseits vor Gefahren warnen soll und andererseits Kräfte bereitstellt, um der Gefahr zu begegnen. Jeder Mensch kennt Sorgen und die Angst vor negativen Ereignissen, die möglicherweise in der Zukunft eintreten könnten. Eine Angststörung lässt Betroffene diese Sorgen jedoch nicht kontrollieren. Sie machen sich deutlich mehr Sorgen als andere, was auch die Lebensqualität stark einschränkt. Manchmal reichen schon Kleinigkeiten aus, um Angst auszulösen.

Symptome und Häufigkeit

Die Weltgesundheitsorganisation WHO nennt Angststörungen als zweithäufigste psychische Erkrankung nach Depressionen. Frauen sind davon insgesamt etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Ein sehr charakteristisches Merkmal sind körperliche Symptome. Diese können sehr unterschiedlich ausfallen, wie zum Beispiel Muskelverspannungen, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Zittern, Schwitzen, Herzrasen oder Kreislaufprobleme.

Entstehung

Warum manche Menschen in Situationen krankhafte Angst verspüren, ist nach wie vor nicht endgültig erforscht. Fest steht jedoch, dass es viele unterschiedliche Ursachen für Panik- oder Angststörung gibt, sowie zahlreiche Faktoren, die bei der Entstehung von Angststörungen eine Rolle spielen. Wenn die natürliche Angstreaktion gestört ist, entwickelt sich bei vielen Menschen ein Kreislauf der Angst: Diese Angst vor der Angst führt zu Verhaltensweisen, die zunehmend nur ein Ziel kennen - die Angst zu vermeiden.

Behandlung

Glücklicherweise gibt es sehr erfolgreiche Methoden, krankhafte Ängste zu bewältigen. Meist wird eine Angststörung mit Psychotherapie oder Medikamenten behandelt. Zur Unterstützung der Therapie werden häufig Entspannungstechniken eingesetzt, etwa Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson.

https://www.netdoktor.de/krankheiten/generalisierte-angststoerung/

https://www.meine-gesundheit.de/krankheit/krankheiten/angst

 

Bipolare Störung (Manische Depression):

Menschen, die unter einer Bipolaren Störung leiden, erleben ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Phasenweise fühlen sich die Betroffenen sehr unglücklich und niedergeschlagen, dann wiederum sind sie euphorisch, aufgedreht, hyperaktiv und überschätzen sich.

Symptome und Häufigkeit

Bei einer bipolaren Störung kommt es zu abwechselnden manischen und depressiven Stimmungsveränderungen. Im Gegensatz zu psychisch gesunden Menschen stehen diese Stimmungsveränderung häufig in keinem nachvollziehbaren Zusammenhang mit äußeren Lebensumständen und sind in Dauer und Intensität gesteigert. Dazwischen gibt es auch Phasen mit ausgeglichener Stimmung. Anzeichen einer manischen Episode sind beispielsweise Überaktivität, ein vermindertes Schlafbedürfnis, Hemmungslosigkeit und überzogene Selbsteinschätzung. Depressive Episoden sind meistens von Freud- und Lustlosigkeit, gedrückter Stimmung und Schuldgefühlen geprägt.  Die Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung im Laufe des Lebens liegt bei maximal drei Prozent. Männer und Frauen sind gleichermaßen häufig betroffen und der Zeitraum der meisten Vorkommnisse liegt bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren.

Entstehung

Die Ursachen der bipolaren Störung sind bislang nicht geklärt. Vermutlich gibt es eine erblich bedingte Komponente. Eindeutig belegt ist das aber bisher nicht. Auffälligerweise treten bipolare Störungen häufig mit anderen psychischen Erkrankungen auf. Dazu zählen Angst- und Zwangsstörungen, sowie Suchterkrankungen.

Behandlung

Bipolare Störungen werden in der Regel mit einer Kombination von Psychotherapie und medikamentöser Therapie behandelt. Die Häufigkeit der Krankheitsepisoden sowie der Verlauf der bipolaren Störung sind individuell sehr unterschiedlich.

https://www.netdoktor.at/krankheit/bipolare-stoerung-7526

https://www.meine-gesundheit.de/krankheit/krankheiten/bipolare-stoerung

https://www.netdoktor.de/krankheiten/bipolare-stoerung/

 

Borderline:

Borderline gehört zu den sogenannten "emotional instabilen Persönlichkeitsstörungen". Personen mit dieser psychischen Störung leiden unter ihren intensiven und unkontrollierbaren Emotionen.

Symptome und Häufigkeit

Zu den Hauptmerkmalen dieser Erkrankung gehören laut Definition starke Stimmungsschwankungen sowie heftige Wutausbrüche. Auch ein ausgeprägtes Schwarz-Weiß-Denken ist typisch für Borderliner. Ein weiteres typisches Borderline-Verhalten ist es, andere Menschen zunächst zu idealisieren, diese aber bei der geringsten Enttäuschung stark abzuwerten. Die Borderline-Krankheit entwickelt sich oft in der Jugend oder im jungen Erwachsenenalter. Experten schätzen, dass etwa sechs Prozent der Jugendlichen darunter leiden.

Entstehung

Erste Anzeichen für die psychische Erkrankung können bereits im Kindesalter auftreten, es ist jedoch schwierig Borderline bei Kindern zu diagnostizieren. Die Ursachen von Borderline sind im medizinischen Sinne nicht geklärt. Es wird vermutet, dass erbliche Faktoren eine Rolle spielen.

Behandlung

Die Therapie bei Borderline galt lange Zeit als problematisch und ist häufig ein langwieriger Prozess. Auch hier neigen Borderliner dazu, den Therapeuten anfangs zu idealisieren, um ihn bei der kleinsten enttäuschten Erwartung extrem abzuwerten. Häufige Therapeutenwechsel und Therapieabbrüche sind die Folge. Manche Patienten erhalten zusätzlich eine medikamentöse Therapie. Borderline ist jedoch nicht alleine durch Medikamente behandelbar - spezielle Borderline-Medikamente gibt es nicht. Stimmungsstabilisierer können dabei unterstützen, extreme Gefühlszustände in den Griff zu bekommen. Generell sind die Erfolgsaussichten einer Therapie bei einem stationären Aufenthalt in einer Klinik am höchsten.

https://www.meine-gesundheit.de/krankheit/krankheiten/borderline

https://www.netdoktor.de/krankheiten/borderline-syndrom/

 

Burn-Out:

Burn-Out" heißt übersetzt „ausbrennen" und beschreibt einen Zustand tiefer körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung. Die Betroffenen können sich nur schlecht konzentrieren, machen häufig Fehler. Einige verlieren auch die Energie für ihr Privatleben. Burn-Out wird meist auf Überforderung und Stress im Beruf zurückgeführt.

Symptome und Häufigkeit

Burn-Out-Symptome können sehr vielfältig sein und gehen mit zahlreichen körperlichen Symptomen von Müdigkeit über Magen-Darmstörungen bis zu Herzbeschwerden einher. Sie äußern sich emotional, psychisch und in der geistigen Leistungsfähigkeit, können aber auch in Form psychosomatischer Beschwerden auftreten. Hauptsymptom von Burnout ist jedoch ein Gefühl tiefer Erschöpfung.

Entstehung

Häufig entsteht Burn-Out, wenn sich eine Lebenssituation grundlegend ändert. Gefährdet sind vor allem engagierte, ehrgeizige Personen mit hohem Leistungsdruck. Aber auch Menschen, die unsicher oder sehr selbstkritisch sind, sowie jene schlecht „Nein“ sagen können. Was auf jeden Fall gesagt werden muss, ist das Burn-Out nicht von heute auf morgen entsteht. Einige Warnzeichen sind daher Erschöpfung, rapide Abnahme der Belastbarkeit, Zunahme von Stimmungsschwankungen, rasche Erschöpfbarkeit und Kraftlosigkeit, eine herabgesetzte Frustrationstoleranz, Niedergeschlagenheit und eine zunehmend pessimistische Weltsicht, sowie Minderwertigkeits- und Versagensgefühle.

Behandlung

Wie bei fast jeder psychischen Erkrankung, ist auch bei Burn-Out die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie die Krankheitseinsicht.  In der Anfangsphase eines Burn-Outs genügt oft schon eine Krisenintervention oder eine Kurzzeittherapie, deren Ziel es ist, verbesserte Fertigkeiten zur Konflikt- und Problemlösung zu entwickeln und das Gespür für die Grenzen der eigenen Belastbarkeit zu schärfen. Auch Entspannungstechniken wie Autogenes Training können die Behandlung hilfreich unterstützen. Ist der Krankheits-Prozess bereits weiter vorangeschritten, ist meist eine Psychotherapie, angepasst an die individuellen Bedürfnisse, notwendig.

https://www.netdoktor.de/krankheiten/burnout/

https://www.meine-gesundheit.de/krankheit/krankheiten/burnout

 

Depression:

Depression ist eine psychische Erkrankung, die in jedem Alter auftreten kann und mit gedrückter Stimmung, Freud- und Interesselosigkeit sowie Antriebsarmut einhergeht.  Betroffene verlieren ihre Interessen und fühlen sich niedergeschlagen, antriebslos und erschöpft.

Symptome und Häufigkeit

Die Hauptsymptome sind eine gedrückte Stimmungslage und ein reduzierter Antrieb. Erste Anzeichen einer beginnenden Depression sind meist unterschiedliche Symptome, die über einen langen Zeitraum andauern können. Typisch für die Erkrankung sind unter anderem anhaltende Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Reizbarkeit, Angstzustände, sexuelle Lustlosigkeit, Appetitlosigkeit, gedrückte Stimmungslage und Schlafstörungen Charakteristisch ist auch, dass die Niedergeschlagenheit oft "grundlos" auftritt und Betroffene sich nicht aufheitern lassen. Die Depression tritt sehr häufig auf, im Laufe des Lebens entwickeln ungefähr 16 bis 20 von 100 Menschen eine Depression.

Entstehung

Der Entstehung einer Depression liegen häufig mehrere Ursachen zugrunde. Vereinfacht gesagt, sind es innere und äußere Faktoren und Einflüsse, die einen Menschen an einer Depression erkranken lassen.  Meist sind verschiedene Umstände beteiligt, die erst im Zusammenspiel eine Depression hervorrufen. Neben psychosozialen Ereignissen können auch biochemische Veränderungen im Körper, wie eine Stoffwechselveränderung im Gehirn, oder genetische Faktoren Auslöser sein.

Behandlung

Die Chancen, depressive Episoden erfolgreich zu behandeln, sind im Allgemeinen sehr gut. Zur Behandlung werden meistens antidepressive Medikamente in Kombination mit einer Psychotherapie eingesetzt. Die Kombinationstherapie wird bei chronischen und wiederkehrenden Depressionen empfohlen, aber auch bei schweren Krankheitsverläufen kommt meistens diese Behandlungsmethode zum Einsatz.

https://www.netdoktor.at/krankheit/depression-7498

https://www.netdoktor.de/krankheiten/depression/

https://www.meine-gesundheit.de/krankheit/krankheiten/depression

 

Dissoziale Störung:

Eine dissoziale Störung wird auch als antisoziale Persönlichkeitsstörung (APS) bezeichnet. Es handelt sich um eine Verhaltensstörung, die Menschen für die Gefühle anderer unempfänglich macht.

Symptome und Häufigkeit

Typischerweise treten Symptome einer dissozialen Störung bereits in Kindheit und Jugend auf. Die volle Symptomatik zeigt sich meist im frühen Erwachsenenalter. Kinder mit antisozialer Persönlichkeitsstörung haben oft Lernprobleme oder schwänzen, während Erwachsene große Schwierigkeiten haben längerfristig einer Beschäftigung nachzugehen oder Beziehungen zu führen. Andere Verhaltensmuster sind das impulsiv-feindselige Verhalten und das ängstlich-aggressive Verhalten. Menschen mit dissozialer Persönlichkeitsstörung verhalten sich häufig herzlos und verantwortungslos. Sie missachten soziale Normen, Regeln und Verpflichtungen, können keine dauerhaften Beziehungen aufrechterhalten, haben eine geringe Frustrationstoleranz und zeigen kein Schuldbewusstsein. Wichtig ist es dennoch zu unterscheiden, ob das antisoziale Verhalten nicht Folge einer anderen psychischen Störung oder einer Schädigung des Gehirns ist.

Entstehung

Die dissoziale Persönlichkeitsstörung entwickelt sich aus einem Zusammenspiel von biologischen Faktoren und Umwelteinflüssen. Da die dissoziale Persönlichkeitsstörung schon früh beginnt, haben Eltern und deren Erziehungsmethoden einen erheblichen Einfluss auf die weitere Entwicklung.

Behandlung

Die Behandlung ist häufig sehr schwierig. Das liegt vor allem daran, dass Betroffene nur selten die Notwendigkeit für eine Therapie sehen. Wie so häufig bei Persönlichkeitsstörungen fehlt die Einsichtsfähigkeit. In der subjektiven Wahrnehmung haben nur die Anderen ein Problem mit der antisozialen Persönlichkeit. Diese Wahrnehmung erschwert Behandlungen stark. Denn die einzige Therapieoption besteht in psychotherapeutischen Verfahren, die ohne Mitwirkung des Betroffenen nicht helfen können. Medikamentöse Therapieversuche mit Antidepressiva beispielsweise haben sich bislang als wirkungslos erwiesen.

https://www.meine-gesundheit.de/krankheit/krankheiten/dissoziale-persoenlichkeitsstoerung

https://www.netdoktor.de/krankheiten/dissoziale-persoenlichkeitsstoerung/

 

Histrioniker:

Die histrionische Persönlichkeitsstörung ist durch theatralisches, affektiertes und gleichzeitig egozentrisches Verhalten gekennzeichnet.

Symptome und Häufigkeit

Patienten mit histrionischer Persönlichkeitsstörung fordern immer wieder Aufmerksamkeit anderer Personen ein und werden oft depressiv, wenn sie nicht im Mittelpunkt sind. Sie sind oft lebhaft, dramatisch, enthusiastisch und kokett. Sie stellen ihre Gefühle theatralisch dar und können dabei schnell zwischen unterschiedlichen Gefühlen hin- und herwechseln. Auf andere wirkt dieses Verhalten meistens oberflächlich. Weiterhin haben sie eine geringe Frustrationstoleranz, so dass selbst kleine Anlässe oft zu einem starken Gefühlsausbruch führen. Die Betroffenen zeigen ein Muster übermäßiger Emotionalität. Die Störung beginnt im frühen Erwachsenenalter, und das Verhalten zeigt sich in verschiedensten Lebenssituationen. Nach aktuellen Studien leiden etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung an einer histrionischen Persönlichkeitsstörung. Dabei sind Männer und Frauen vermutlich gleich häufig betroffen.

Entstehung

Auch bei dieser Störung geht man von einem Zusammenwirken von biologischen, psychologischen und Umweltfaktoren aus. Dies kann aus psychoanalytischer Sicht unter anderem aufgrund einer gestörten Beziehung zu den Eltern und der daraus resultierenden Selbstwertproblematik sein.

Behandlung

Die Behandlung der histrionischen Persönlichkeitsstörung erfolgt nach dem Prinzip der psychodynamischen Psychotherapie. Wenig ist über die Wirksamkeit der kognitiven Verhaltenstherapie und medikamentösen Therapie für die theatralische Persönlichkeitsstörung bekannt.

https://www.therapie.de/psyche/info/index/diagnose/persoenlichkeitsstoerungen/histrionisch/

https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/psychische-störungen/persönlichkeitsstörungen/histronische-persönlichkeitsstörung-hps

 

Paranoide Störung:

Bei dieser Krankheit handelt es sich um eine der schwersten Störungen der Persönlichkeitüberhaupt. Betroffene haben starkes Misstrauen anderen Menschen gegenüber und sind überzeugt, dass man ihnen Schaden will, was sich wiederum in gereizten und aggressiven Reaktionen zeigt.

Symptome und Häufigkeit

Menschen mit paranoider Persönlichkeitsstörung erleben ihre Umwelt nahezu vollständig negativ. Sowohl das Denken, als auch das Verhalten ist von stetem Misstrauen geprägt. Sogar auf neutrale oder positive Rückmeldungen reagieren sie ablehnend und mitunter sogar aggressiv. Typisch für die paranoide Persönlichkeitsstörung ist, dass die Betroffenen auf Kritik überempfindlich reagieren und für Misserfolge in ihrem Leben stets andere Personen verantwortlich machen. Positiv anzumerken ist jedoch, dass Paranoide Persönlichkeitsstörungen im Vergleich zu anderen Erkrankungen nicht häufig auftreten.

Entstehung

Wie auch bei anderen Persönlichkeitsstörungen, ist sind die genauen Ursachen für paranoide Persönlichkeitsstörungen bisher noch nicht geklärt. Es wird vermutet, dass die Entstehung von verschiedenen, unterschiedlichen Faktoren beeinflusst wird.

Behandlung

Die Behandlung von ausgeprägten paranoiden Persönlichkeitsstörungen ist sehr komplex, da es zum Krankheitsbild gehört, dass den Betroffenen die Einsicht bezüglich ihrer Erkrankung fehlt.

https://www.netdoktor.de/krankheiten/paranoide-persoenlichkeitsstoerung/

https://www.meine-gesundheit.de/krankheit/krankheiten/paranoide-persoenlichkeitsstoerung

 

Schizophrene Psychose:

Schizophrenie gehört zu den psychischen Erkrankungen, bei denen Betroffene die Realität verändert wahrnehmen oder verarbeiten. Sie leben mitunter phasenweise in einer anderen Welt und leiden unter Verfolgungswahn, Halluzinationen, sowie motorischen Störungen.

Symptome und Häufigkeit

Schizophrenie-Symptome können ausgesprochen vielfältig sein, was wiederum die Entwicklung eines individuellen Krankheitsbilds bei jedem Patienten bedeutet. Auf Außenstehende können Betroffene unberechenbar und sehr beängstigend wirken – vor allem, wenn kein Wissen bezüglich der Erkrankung vorhanden ist. Eine Schizophrenie äußert sich in psychotischen Phasen. Diese können ganz unterschiedlich verlaufen. Typisch sind Wahnideen, Stimmen hören und das Gefühl, beobachtet oder beeinflusst zu werden. Betroffene erleben die Krankheit zum Teil sehr unterschiedlich. Sowohl die Ursachen als auch der Verlauf können stark variieren. Fast immer verläuft sie jedoch in Phasen, in denen die Beschwerden deutlich stärker werden.

Entstehung

Personen, die an einer Schizophrenie erkranken, reagieren vermutlich besonders empfindlich auf Stress. Auch können sie mit belastenden Situationen oft schlecht umgehen. An einem bestimmten Punkt wird die Belastung zu groß. Dann wird der Stress zum Auslöser, der die Krankheit anstößt. Was eine Schizophrenie letztlich auslöst, weiß man noch nicht genau. Es kommen aber sicherlich mehrere Faktoren zusammen, darunter genetische, biologische und psychosoziale.

Behandlung

Die Behandlung erfolgt mit Medikamenten und Psychotherapie. Problematisch ist jedoch, dass Patienten in akuten schizophrenen Phasen die Krankheitseinsicht fehlt. Besteht eine Gefahr von Selbst- oder Fremdgefährdung, kann eine Zwangseinweisung in eine Klinik notwendig werden.

https://www.netdoktor.de/krankheiten/schizophrenie/

https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/erkrankungen/schizophrenie/was-ist-schizophrenie/

https://www.gesundheitsinformation.de/wie-zeigt-sich-eine-schizophrenie.html

 

Sucht/Abhängigkeit:

Bei Abhängigkeit und Sucht handelt es sich um ein zwanghaftes Bedürfnis und Angewiesensein auf eine bestimmte Substanz, wobei zwischen psychischer und körperlicher Abhängigkeit unterschieden wird. Neben stoffgebundenen Abhängigkeiten, wie zum Beispiel Alkohol oder Nikotin, gibt es auch solche, die nicht an Stoffe gebunden sind. Diese werden auch als „Verhaltenssüchte“ bezeichnet. Spielsucht ist zum Beispiel eine dieser Abhängigkeiten

Symptome und Häufigkeit

Abhängigkeit kann sich durch vielfältige körperliche und psychische Störungen äußern. Auf der psychischen Seite sind häufig Interessenverlust, Stimmungsschwankungen, Gleichgültigkeit, und Anspannung zu beobachten. Körperliche Symptome sind unter anderem Schwitzen, Übelkeit, Gewichtsverlust und Schlafstörungen. Es gibt charakteristische Verhaltensweisen wie Verleugnung, Beschönigung und Verheimlichung.

Entstehung

Bei der Entstehung einer Sucht spielen körperliche (biologische, genetische), psychische und soziale Faktoren eine wichtige Rolle. Alle „stoffgebundenen" Suchterkrankungen rufen eine psychische und eine körperliche Anhängigkeit hervor, die sich im Zusammenspiel gegenseitig verstärken. Die Entwicklung zur Sucht dauert unterschiedlich lange. Dabei spielen sowohl erbliche Vorbelastung und persönliche Umgebungsfaktoren, als auch soziale und familiäre Aspekte eine maßgebliche Rolle.

Behandlung

Bei Suchterkrankungen braucht es immer eine an die Art des Suchtmittels und die Schwere der Krankheit angepasste Behandlung. Für die meisten Betroffenen ist Abstinenz das Therapieziel. Der Weg dorthin ist individuell unterschiedlich.

https://www.psychologin.co.at/abhaengigkeit-sucht.html

https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/sucht/abhaengigkeit/folgen

 

Zwangsstörung:

Bei Menschen mit einer Zwangsstörung, liegen entweder Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen oder beides vor. Die Betroffenen führen zwanghaft immer wieder die gleichen Rituale aus oder werden von beunruhigenden Gedanken geplagt, denen sie nicht entkommen können.

Symptome und Häufigkeit

Zwangsimpulse können zu bestimmten Zwangshandlungen wie beispielsweise unterschiedliche Kontrollzwänge oder Waschzwang führen. Aggressive Zwangsimpulse wie jemanden zu verletzen, werden praktisch nie ausgeführt bedeuten aber eine starke Beunruhigung und Belastung für die Betroffenen. In diesem Zusammenhang spielt ein Botenstoff im Gehirn, das sogenannte Serotonin, das unter anderem für die Impulskontrolle verantwortlich ist, eine entscheidende Rolle. Es ist davon auszugehen, dass etwa 2 bis 3 % der Bevölkerung von Zwangsstörungen betroffen sind, wobei Männer und Frauen etwa gleich häufig betroffen sind.

Entstehung

Die Erkrankung beginnt meist in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter. Etwa 50 Prozent der Patienten haben schon vor dem 18. Lebensjahr ausgeprägte Zwangssymptome. Zwangserscheinungen treten oft auch im Zusammenhang mit depressiven Störungen, Ängsten, Alkoholmissbrauch und Essstörungen auf. Auch der Neurotransmitter Dopamin scheint bei der Entstehung der Zwangsstörung eine Rolle zu spielen.

Behandlung

Die besten Behandlungserfolge erzielt Kognitive Verhaltenstherapie. Dabei besprechen Patient und Therapeut die Vorgehensweise zu Beginn der Therapie. Eine Methode im Rahmen dieser Therapie sind Expositionsübungen, die als besonders wirksam gelten. Bei diesen Übungen wird der Patient mit dem Reiz konfrontiert, der zwanghaftes Verhalten auslöst, ohne dass dem inneren Druck nachgegeben werden darf. Jemand, der beispielsweise einen Ordnungszwang hat, muss Unordnung in seinen Kleiderschrank bringen. Dies kann so erfolgen, dass die Herausforderungen von Mal zu Mal gesteigert werden oder Betroffene gleich zu Beginn der Therapie mit der größten Angst konfrontiert werden.

https://psychische-hilfe.wien.gv.at/site/fakten/angststoerung/arten-von-angststoerung/zwangsstoerung/

https://www.netdoktor.de/krankheiten/zwangsstoerung/

https://www.netdoktor.at/krankheit/zwangsstoerung-7939