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Pilot mit Diabetes – Handlungsprotokolle ermöglichen riskante Beschäftigungen

(8.2.2021) - Eine Hypoglykämie am Arbeits­platz kann fatale Folgen haben. Doch mittels digitaler Hilfsmittel und genauer Handlungsvorgaben lassen sich die Risiken zum Teil kompen­sieren. In einigen Ländern können Menschen mit Diabetes dadurch sogar Passagierflugzeuge steuern.

Feuerwehr, Polizei, Luftfahrt: In Deutschland und vielen anderen Ländern sind manche Berufsfelder für Menschen mit Diabetes mellitus nur schwer oder gar nicht zugänglich. Doch es gibt Entwicklungen, die langfristig auf eine Veränderung hoffen lassen.

„Es gibt keine eindeutigen Daten, die eine erhöhte Unfallgefahr bei Menschen mit Diabetes zeigen“, betont Dr. Kurt Rinnert, leitender Betriebsarzt der Stadt Köln, Diabetologe DDG sowie Umwelt- und Arbeitsmediziner. Allerdings bestehe nach Hypoglykämien, bei unzureichender Schulung oder bei einer Hypo­glykämiewahrnehmungsstörung durchaus ein erhöhtes Risiko. „Deshalb ist eine individuelle und differenzierte Betrachtung erforderlich.“

In einigen Sportarten und Berufsfeldern gelinge es, das Risiko durch eine gute Vorbereitung und die digitalen Fortschritte der Diabetestechnologie zu kompensieren, etwa durch Closed-Loop-Systeme. Wichtige Voraussetzung für viele Tätigkeiten bleibe aber, dass auf Hypo­glykämien schnell reagiert werden kann. Dies sei beispielsweise bei Feuerwehrleuten, Polizisten und Soldaten aufgrund schwieriger Einsatzbedingungen und der Schutzkleidung nicht möglich.

Zu ergreifende Maßnahmen richten sich nach Ampelsystem

Doch es geht auch anders: In sechs Ländern, u.a. den USA, Großbritannien und Australien, dürfen Menschen mit Diabetes seit 2012 Flugzeuge steuern, berichtet der Betriebsmediziner. Ermöglicht werde dies vor allem durch detaillierte Protokolle, die festhalten, was insulinpflichtige Piloten vor und während des Fluges tun sollen, je nach Blutwert.

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