Skip to main content

Pankreastransplantation – eine sehr wirksame Option für bestimmte Patienten

Ein transplantiertes Pankreas kann eine normale Stoffwechselkontrolle wiederherstellen und Diabetes-Komplikationen stabilisieren. Meist wird ein Pankreas verpflanzt, wenn auch eine Spenderniere nötig ist.

(23.7.2021) - Zwei Methoden zur Betazellersatztherapie sind verfügbar: die Pankreas- und die Inselzelltransplantation. Die Inselzelltransplantation ist ein minimalinvasiver Eingriff. Dabei wird eine Suspension mit Inselzellen in die Pfortader injiziert, die Inseln setzen sich in den Lebergefäßen fest.

Die Pankreastransplantation wird meist simultan mit einer Nierentransplantation vorgenommen. Beide Therapieformen führen bei Patienten mit Typ-1-Diabetes zu effektiver Vermeidung von Hypoglykämien, sie können eine normale Stoffwechselkontrolle wiederherstellen und diabetesassoziierte Komplikationen stabilisieren. Nachteil ist die notwendige Immunsuppression.

Entscheidend wichtig für die Pankreastransplantation ist die Auswahl der Patienten, nur ein Bruchteil der Menschen mit Diabetes kann auf diese Weise behandelt werden. Der Erfolg hängt ab von der Erfahrung des Op-Teams, aber auch von der Qualität der transplantierten Organe. Im Gegensatz zur isolierten Inselzelltransplantation führt die Pankreastransplantation fast stets zu Normoglykämie und Insulinfreiheit.

Längere Wartezeit bei simultaner Transplantation

Die Wartezeit für eine simultane Transplantation von Niere und Pankreas liegt in Europa bei 6 bis 24 Monaten und ist damit länger als bei alleiniger Nierentransplantation. Die sequenzielle Transplantation (also etwa eine passende Lebendspende für die Niere gefolgt von einer Pankreastransplantation) kann Vorteile bieten: Die Niereninsuffizienz wird rasch beseitigt, die Wartezeit an der Dialyse verringert sich. Der Zeitpunkt der folgenden Transplantation der Bauchspeicheldrüse ist relativ unwichtig. Die zwei-zeitige Transplantation ist natürlich auch möglich, wenn das Pankreastransplantat initial abgestoßen wurde.

Es gibt mehrere operative Techniken, wobei das Pankreas intra- oder extraperitoneal platziert werden kann. Die intraperitoneale Platzierung wird in der Regel bevorzugt. Die Ableitung des Pankreassaftes – also des unerwünschten Verdauungssekrets – kann in die Blase oder in den Dünndarm erfolgen. Auf diese Weise lässt sich auch die Transplantatfunktion durch Bestimmung der Pankreasfermente im Harn ermitteln.

Allerdings haben die hohen Raten urologischer und metabolischer Komplikationen dieses Verfahren eher in den Hintergrund gerückt. Die physiologischere „enterische Drainage“ ist die Duodenojejunostomie und die am häufigsten bevorzugte Technik.

HIER weiterlesen…