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Niki Lauda ist tot – er war auch Diabetiker

Der dreifache Weltmeister erkrankte nach seinen Nierentransplantationen auch an Diabetes – doch das blieb geheim. Erinnerungen von Peter P. Hopfinger

Erinnerungen von Peter P. Hopfinger

Wien - Zu guter Letzt muss es wohl ein Multi-Organversagen gewesen sein, das auch der willensstarke Andreas Nikolaus Lauda mit 70 Jahren nicht mehr bezwingen konnte. Der unbeugsame Kämpfer musste sich in seinem monatelangen Kampf geschlagen geben.

Ich lernte Niki Lauda, seine erste Frau Marlene, seinen Bruder Florian und andere aus der Clique im Rahmen meiner Tätigkeit als Society-Reporter für das Magazin „Wiener“ und das Falk-Blatt „täglich Alles“ kennen, durfte Marlene in Hof bei Salzburg und die Clique in Ibiza besuchen. Ich war beim Jungfernflug einer Lauda-Air von Miami nach Wien dabei und durfte über Dreharbeiten zu einem Werbespot für seine Airline dabei sein.

Als wir 2007 im Do&Co das „Große Diabetes-Handbuch“ beim Zuckerbäcker Demel vorstellten, hatte ich die Gelegenheit, mit Florian Lauda ein paar Minuten zu plaudern. Er gratulierte mir zum Buch und meinte fast nebenbei: „Der Niki ist ja auch Diabetiker.“ Ich schaute in ungläubig an: „Wirklich?!“ Und Florian weiter: „Na schau ihn dir an!“ Sein Blick ging Richtung Niki´s schon damals stattlichen Bauch. „Und außerdem,“ so Florian, der als erster seinem Bruder eine Niere gespendet hatte, weiter: „Nach einer Transplantation von einer Niere bist du mit großer Wahrscheinlichkeit zuckerkrank, nach einer zweiten zu hundert Prozent.“

Ich habe damals Florian ein frischgedrucktes Exemplar für Niki in die Hand gedrückt. Der nahm es und lächelte: „Danke, aber ich glaub nicht, dass er es lesen wird. Er liest doch kaum Bücher, nur Betriebsanleitungen.“

Diese Erkrankung blieb freilich immer geheim. Wen wundert´s, herrschten doch damals noch sehr strenge Beschränkungen für Piloten mit Diabetes an sich und im Linienverkehr im Besonderen. Eine österreichische Lösung für einen außergewöhnlichen Champion und Menschen.

Erst vor wenigen Tagen traf ich mich zu einem Frühstück im Wiener Cafe Blaustern am Gürtel. Dort frühstückte auch Florian Lauda. Ich grüßte ihn und schickte die Frage nach: „Wie sieht´s aus mit dem Bruder?“

Da senkte Florian den Blick und schüttelte seinen Kopf.

Ruhe in Frieden Niki!