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Neuer Ansatzpunkt für eine medikamentösen Behandlung von Adipositas und Typ-2-Diabetes

(11.2.2021) - Der im zentralen Nervensystem sitzende Rezeptor für das Hormon GIP spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des Körpergewichts und der Nahrungsaufnahme. Das zeigen Untersuchungen des Helmholtz Zentrums München, der ETH Zürich und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD). Die jetzt in ‘Cell Metabolism’ erschienene Studie liefert neue Ansatzpunkte für die Entwicklung einer medikamentösen Behandlung von Adipositas und Typ-2-Diabetes.

Medikamente mit gleichzeitiger Wirkung an den Rezeptoren für das Glukagon-ähnliche Peptid-1 (GLP-1) und das glukoseabhängige insulinotrope Polypeptid (GIP) gelten als vielversprechende neue Wirkstoffe zur Behandlung von Übergewicht und Typ-2 Diabetes. Jetzt haben Forschende herausgefunden wie GIP das Körpergewicht senkt. GIP ist ein Hormon, welches im Verdauungstrakt gebildet wird. Nach der Nahrungsaufnahme stimuliert es die Ausschüttung von Insulin und senkt so den Blutzuckerspiegel. Das Hormon hat aber auch einen Effekt auf die Appetitregulation. Doch über welche Mechanismen und Organe GIP auf das Körpergewicht wirkt, ist noch nicht bekannt. Zudem war bislang unklar, ob der GIP-Rezeptor für die Senkung des Körpergewichtes aktiviert oder blockiert werden muss und welche Rolle das Gehirn bei der Wirkung von GIP spielt. „Ziel unserer Untersuchungen war es herauszufinden, ob dem GIP-Rezeptor im Gehirn eine besondere Bedeutung bei der Wirksamkeit von GIP zukommt“, erläutert Erst-Autorin Qian Zhang vom Institut für Diabetes und Adipositas am Helmholtz Zentrum München.

GIP senkt das Körpergewicht durch eine über das Gehirn vermittelte Hemmung der Nahrungsaufnahme

Die Forschenden konnten zeigen, dass die Gabe von GIP bei Wildtyp-Mäusen das Körpergewicht und die Nahrungsaufnahme senkt, nicht aber bei Mäusen, welchen der GIP-Rezeptor im zentralen Nervensystem fehlt. Wirkt das Hormon auf bestimmte Bereich im Gehirn? Um diese Frage zu beantworten, untersuchten die Forschenden die Hirnaktivität von Mäusen, bei denen durch Ernährung ein Diabetes ausgelöst wurde. „Dabei zeigte sich nach Gabe von GIP eine erhöhte neuronale Aktivität in Bereichen des Hypothalamus, die mit der Kontrolle des Appetits verbunden sind“, berichtet Christian Wolfrum von der ETH Zürich. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schließen daraus, dass die zentrale Regulierung der Nahrungsaufnahme durch GIP auch die Aktivierung wichtiger Neuronen im Hypothalamus einschließt.

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