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Mit steigendem HbA1c wächst die Fehlbildungsgefahr

Die Fehlbildungsrate bei Kindern von Müttern mit Diabetes ist weiter sehr hoch, bestätigt eine US-Studie. Trotzdem werden viele Möglichkeiten zur Prävention nicht genutzt.

(Chicago, 21.6.2021) - Frauen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes und perikonzeptionell erhöhten HbA1c-Werten haben ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen bei ihrem Kind – das ist seit Jahrzehnten bekannt. Viele Chancen zur Prävention werden aber vertan, verdeutlicht eine aktuelle Studie in den USA.

Ärzte um Dr. Annie Dude von der Universitäts-Frauenklinik in Chicago im US-Staat Illinois haben dazu Daten einer ethnisch gemischten Gruppe von Schwangeren mit Diabetes aus ihrer Region analysiert (BMJ Open Diab Res Care 2021; 9: e001966).

In die Großstadt-Klinik kommen jährlich 11.000 Frauen zur Geburt. Die Forscher haben 351 Schwangerschaften bei Frauen mit Diabetes ausgewertet (zwei Drittel davon mit Typ-2-Diabetes), und zwar aus der Zeit von 2003 bis 2017. Bei 52 der Neugeborenen traten Fehlbildungen auf (gut jedes siebte Kind!), davon waren 83 Prozent Major-Fehlbildungen und von diesen mehr als die Hälfte Herzfehler (51,1 Prozent).

Mit steigendem HbA1c wächst die Fehlbildungsgefahr

Eine Major-Fehlbildung war definiert als: medizinische oder soziale Folgen, notwendige chirurgische Korrektur oder lebensbedrohliche Schädigungen (zum Beispiel komplexe Herzfehler oder Neuralrohrdefekte). Im Vergleich dazu hatten Minor-Fehlbildungen meist nur kosmetische Bedeutung oder führten zu minimalen funktionellen Einschränkungen (zum Beispiel ein zusätzlicher Finger).

Mit steigendem perikonzeptionellen Niveau der HbA1c-Werte nahm die Rate von Major-Fehlbildungen statistisch signifikant zu (p=0,002), nicht jedoch die Rate von Minor-Fehlbildungen (p=0,38).

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