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Mit Bioelektronik chronische Krankheiten therapieren

Der Pharmakonzern Merck verbündet sich mit dem spanischen Start-up Inbrain, um per Nervenstimulation Krankheiten zu heilen. Möglich machen soll dies ein neues Supermaterial.

(9.7.2021) - Rheuma, Diabetes, Darmentzündungen: Viele Krankheiten lassen sich heute allenfalls in Schach halten, wenn Patienten täglich Medikamente nehmen – Risiken und Nebenwirkungen inbegriffen. Wie viel einfacher wäre es, wenn man bloß einen Knopf auf der Smartwatch drücken müsste – und damit den Körper dazu brächte, sich selbst zu kurieren?

Genau dieses Ziel verfolgt die Bioelektronik, eine junge Forschungsrichtung, die mit Elektroden im Körper gezielt Nerven stimuliert. Solche Elektrozeutika sollen krankmachende Prozesse stoppen – und das, so die Hoffnung, präziser und mit weniger Begleiterscheinungen als bei pharmazeutischen Therapien. 

Der Darmstädter Pharmakonzern Merck forscht seit zwei Jahren auf diesem Feld – und verstärkt nun seinen Einsatz: Zusammen mit Innervia, einer Tochter des spanischen Start-ups Inbrain Neuroelectronics, hat das Unternehmen eine mehrjährige Kooperation gestartet, um bioelektronische Implantate zu entwickeln, die der Konkurrenz einiges voraus haben sollen.

Krankheiten auf die Nerven gehen

„Wir wollen Patienten mit chronischen Krankheiten neue personalisierte Therapien bieten“, sagt Robert Spoelgen, Chef für Bioelektronik im Merck Innovation Center. Der Fokus liege auf entzündlichen, metabolischen und hormonellen Erkrankungen. Mit heutigen Medikamenten seien viele Patienten nicht gut versorgt – Bioelektronik könne helfen, Krankheiten besser zu verstehen und zu behandeln.

Quelle: https://www.wiwo.de/