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Liraglutid unterstützt adipöse Teenager beim Abnehmen

Seit vier Monaten ist Liraglutid gegen Adipositas bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland auf dem Markt. Der Therapiebedarf ist hoch.

(Mainz, 18.11.2021) - Therapien für adipöse Kinder und Jugendliche werden dringend gebraucht, betonte Professor Thomas Danne vom Kinderkrankenhaus „Auf der Bult“ in Hannover. Eine Option für Betroffene ab 12 Jahre ist Liraglutid 3 mg (Saxenda®). Der GLP-1-Rezeptoragonist (GLP-1-RA) kann in Ergänzung zu Diät und Bewegungsprogrammen eingesetzt werden, wenn das Gewicht über 60 kg liegt und der BMI des Heranwachsenden dem eines Erwachsenen von 30 entspricht. Bei 15-Jährigen ist das etwa bei einem BMI von 28,3 (Junge) bzw. 29,1 (Mädchen) der Fall.

Die Therapie wird in wöchentlichen 0,6 mg-Schritten bis zu 3 mg / d aufdosiert. Sofern nach zwölf Wochen nicht wenigstens vier Prozent des BMI verloren wurden, sei die Behandlung abzubrechen.

Bei jedem Vierten ging der BMI um zehn Prozent zurück

An der Zulassungsstudie nahmen 251 adipöse 12- bis 18-Jährige teil (BMI im Median 35,5), berichtete Danne bei einer virtuellen Veranstaltung von Novo Nordisk. Diese wurden über 56 Wochen zusätzlich zu Diät und vermehrter Bewegung mit Liraglutid oder Placebo behandelt. Mit dem GLP-1-RA gingen Gewicht im Schnitt um 4,5 kg und BMI um 4,6 Prozent stärker zurück als unter Placebo, berichtete Danne. Einen BMI-Abfall um mindestens fünf Prozent erreichten unter Liraglutid 43,3 Prozent der Patienten, einen Abfall um zehn Prozent 26,1 Prozent, unter Placebo waren es 18,7 und 8,1 Prozent.

Der GLP-1-RA verändere wahrscheinlich die Appetit-Regulation im Hypothalamus, was Hunger reduziere und Sättigung signalisiere, so Danne. Hinzu kämen periphere Wirkungen, etwa eine verzögerte Magenentleerung. Die Arznei führe vor allem initial zu Magen-Darm-Nebenwirkungen, etwa jeder zehnte Patient breche die Behandlung deswegen ab.

Quelle: https://www.aerztezeitung.de/