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Kommt nach der Pandemiebekämpfung die Diabetes-Welle?

Grossbritannien und Deutschland vermelden einen starken Anstieg bei den Diabeteserkrankungen. Gründe dafür sind Bewegungsmangel, ungesundes Essen und Gewichtszunahmen, diedurch die Pandemie gefördert werden können.

Es sind beunruhigende Zahlen, die aus Grossbritannien kommen. Nach einem Bericht der «Dailymail» rechnen Experten mit einem rasanten Anstieg von Diabetesfällen. Alleine für 2021 wird mit 200'000 neuen Fällen gerechnet. Das sind doppelt so viele wie sonst. Auch in Deutschland sei dieser Effekt zu beobachten, schreibt die «Bild».

Jedoch gilt der Anstieg der Diabeteserkrankungen nicht nur auf der Insel und im Nachbarland. Auch das Kantonsspital Aarau in der Schweiz ist schon mit dem vermehrten Auftreten von Diabetesfällen konfrontiert worden. «Zwar ist Diabetes keine meldepflichtige Krankheit und somit ist auch eine genaue Erfassung der tatsächlich auftretenden Fälle eher schwierig, dennoch haben wir im Kantonsspital den Eindruck, dass die Diabetesfälle (Typ 2 Diabetes) und schwere Entgleisungen massiv zugenommen haben», so die Leitende Ärztin der Diabetologie Anne Katrin Borm gegenüber ArgoviaToday. Allerdings habe das bereits im Juni 2020 begonnen und sich in den letzten beiden Monaten wieder etwas beruhigen können.

Je nach Pandemieverlauf können die Erkrankungen zunehmen

Diesen Eindruck bestätigt auch Facharzt und Vorstandsmitglied von DiabetesAargau, Jürg Lareida. „Zusätzlich gibt es auch viele Menschen mit der Erkrankung, bei denen die Diagnose nicht gestellt wurde. Diabetes zeigt in der Frühphase keine Symptome oder Beschwerden und deswegen gehen viele nicht zum Arzt.“

Das Kantonsspital rechnet aber – je nach Pandemieverlauf und den dazugehörigen Restriktionen – wieder mit mehr Fällen. Als Grund für die Zunahme an Erkrankungen nennen Fachärzte vor allem Bewegungsmangel, ungesundes Essverhalten und Gewichtszunahme. Alles Gründe, die durch den Lockdown stark begünstigt wurden. Die Gesamtschrittzahl der Bevölkerung sei in etwa gleichgeblieben. Während die eine Hälfte viel mehr gelaufen ist, haben sich die, welche sich eh schon wenig bewegt haben, noch mehr eingeschränkt. „Viele unserer Patienten haben während der Homeoffice-Pflicht nur 1000 bis 2000 Schritte pro Tag gemacht.“