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Insulintherapie mit Automaten – Warum dauert es so lange?

Vom künstlichen Pankreas träumen Diabetiker schon lange. Die „Looper“-Szene will schon seit Jahren nicht mehr warten und bastelt selbst. Jetzt kommen zunehmend kommerzielle Systeme auf den Markt.

(Düsseldorf, 21.6.2021) -  Etwa 180 gesundheitsbezogene Entscheidungen pro Tag soll ein Mensch mit Typ-1-Diabetes angeblich treffen. Selbst wenn es hundert sein sollten, verdeutlicht die Zahl die permanente Belastung für betroffene Erwachsene, Kinder und deren Eltern.

Während Diabetologen sich um Glukoseprofile, Zeit im/über/unter dem Zielbereich und um Folgekrankheiten sorgen, während sich die Fachwelt fragt, ob Closed-loop-/Automatisierte Insulindosierungs (AID)-Systeme tatsächlich mehr bringen als eine intensivierte Insulintherapie, wollen Patienten einfach mal für gewisse Zeit ihren Diabetes vergessen, das Leben genießen, sorglos sein. Kurz: Sie wollen Lebensqualität, wie sie für Gesunde selbstverständlich ist.

Beim digitalen Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) brachte es Stephanie Haack, 30-jährige Typ-1-Patientin und nebenberufliche Diabetes-Bloggerin, auf den Punkt: „Egal wie turbulent mein Blutzucker-Tag gewesen sein mag, wenn ich mich abends ins Bett lege, weiß ich: Da kümmert sich ein System um mich!“

Eine Nacht durchschlafen ohne Angst vor Unterzuckerung, ungestört von (unnötigen) Alarmen und morgens aufwachen mit stabilen Glukosewerten – erreicht hat sie das mit einem Do-it-yourself (DIY)-AID-System.

Eigenes Diabetesmanagement

Haack ist „Looperin“ und gehört damit zu einer weltweit wachsenden Gemeinde. Allein in Deutschland geht die DDG von über 1400 DIY-Loopern aus. Sie stellen sich ein eigenes Hybrid-AID aus CGM-Geräten, Insulinpumpen, Sensoren, Smartphone, selbstgebauten Apps und weiteren Komponenten zusammen.

Damit wollen sie ihren Diabetes nach eigenen Bedürfnissen managen, Lebensqualität und vor allem Lebenszeit gewinnen, die nicht mit täglich 180 Entscheidungen verstopft ist. Haack nutzt ihr DIY-System, obwohl sie bereits Erfahrungen mit kommerziellen Systemen gesammelt hat, wie man ihrem Blog pepmeup.org entnehmen kann. Warum eigentlich?

Ein Dutzend Systeme verfügbar

Warum dauert das so lange? Das fragen technikaffine und gut geschulte Diabetes-Patienten seit Jahren ungeduldig Richtung Industrie, während Diabetesberaterinnen, Diabetologen und selbst Diabetestechnologie-Spezialisten die aktuellen Entwicklungen kaum noch überblicken. Professor Lutz Heinemann aus Düsseldorf wies beim Diabetes-Kongress auf die zunehmende Dynamik hin: Allein in den vergangen fünf Jahren habe es über 600 Publikationen zum Thema AID/Closed loop gegeben.

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