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Hundehalter haben ein ähnliches Diabetes-Risiko wie ihre Hunde

(26.1.2021) - Dass Hunde ähnlich fit oder übergewichtig sind wie ihre Herrchen und Frauchen, ist Wissenschaftlern bereits bekannt. Eine neue Studie geht jetzt aber noch einen Schritt weiter: Sie hat herausgefunden, dass Hunde und Halter auch ein ähnliches Diabetes-Risiko haben könnten. 

Es klingt logisch: Wenn Herrchen oder Frauchen sich nur wenig bewegen und eher ungesund essen, sieht es bei ihren Hunden ähnlich aus. Ernährung und Gewicht können auch das Risiko einer Erkrankung mit Diabetes Typ 2 beeinflussen. In einer aktuellen Studie wollten Wissenschaftler deshalb untersuchen, ob Hunde und ihre Besitzer auch ein ähnliches Risiko für eine Diabetes-Erkrankung haben.

Dafür nutzte das Team rund um Beatrice Kennedy von der Universität Uppsala anonymisierte Daten einer schwedischen Tierversicherung. So konnten sie Werte von mehr als 200.000 Hunden und ihren Haltern vergleichen.

Das Ergebnis: Wer einen Hund mit Diabetes hielt, hatte ein 38 Prozent höheres Risiko, selbst Typ-2-Diabetes zu haben, als jemand mit einem gesunden Hund. Es sei deshalb möglich, dass Hunde mit Diabetes ein Hinweis auf geteiltes (un)gesundes Verhalten und Umwelteinflüsse sein könnten.

Das Interessante: Zwischen Katzenhaltern und ihren Tieren konnte kein ähnliches Diabetes-Risiko festgestellt werden. Neben den Hundehaltern hatten die Forscher nämlich auch das Diabetes-Risko von mehr als 120.000 Katzenhaltern und ihren Haustieren verglichen.

Warum haben Hunde und Halter ein ähnliches Diabetes-Risiko?

„Zieht man vergangenen Studien zum ähnlichen Risiko für Übergewicht zwischen Hundebesitzern und ihren Tieren in Betracht, gehen wir davon aus, dass ähnliche Essgewohnheiten und Aktivitätslevel eine Rolle spielen könnten“, erklärt Beatrice Kennedy gegenüber dem „Guardian“.

Das zeige auch der Vergleich zu Katzen und ihren Haltern. „Katzen sind in der Regel gerne unabhängiger von ihren Besitzern, wenn es um ihre Bewegung geht.“ Die meisten Hunde sind für ausreichend Bewegung dagegen darauf angewiesen, dass ihre Herrchen und Frauchen mit ihnen Gassi gehen. Warum genau Hunde und ihre Halter ein ähnlich hohes Diabetes-Risiko haben, haben die Forscher allerdings nicht untersucht.

Wie das Herrchen, so der Hund

Trotzdem können Hundehalter aus den Studienergebnissen lernen. So sei die Diabetes-Diagnose eines Haushaltsmitglieds ein guter Anlass, die Gewohnheiten aller tierischen und menschlichen Mitbewohner zu überprüfen.

„Wenn bei einem Hund Diabetes festgestellt wird, könnte das Hinweise darauf geben, dass etwas Wichtiges vor sich geht“, so Kennedy. „Wir wissen, dass zwischen Hundehaltern und ihren Hunden eine starke, emotionale Bindung herrscht. Vielleicht reicht diese Bindung auch zu anderen gesundheitlichen Gewohnheiten und Risiken.“