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Suche nach Arzneien gegen das hohe Frakturrisiko von Diabetikern

Das erhöhte Frakturrisiko bei Typ-2-Diabetes ist nicht mit Osteoporose vergleichbar. Daher wird nach neuen Medikamenten gesucht.

(Dresden, 18.5.2022) - Patienten mit Diabetes haben ein stark erhöhtes Frakturrisiko. Kommt es zum Knochenbruch, befinden sich Patienten schnell in einer Abwärtsspirale, warnt die TU Dresden in einer Mitteilung: Sie müssen oft aufwändig operiert werden, Beweglichkeit und Stoffwechsel werden beeinträchtigt und der erhöhte Blutzucker behindert die Wund- und Knochenheilung.

„Folgen sind häufige Infektionen und ein verlangsamter Heilungsprozess“, betont Professor Lorenz Hofbauer vom Universitätszentrum für Gesundes Altern (UCGA) an der TU. Dies führt oft zu langen und teuren Klinikaufenthalten.

Bei Typ-1-Diabetes (T1DM) führt die eingeschränkte knochenaufbauende Wirkung von Insulin zu verringerter maximaler Knochenmasse, der Knochen ist allgemein graziler. Bei Typ-2-Diabetes (T2DM) hingegen besteht ein Frakturrisiko trotz normaler oder sogar hoher Knochendichte, was vermutlich an einer schlechten Knochenqualität liegt.

„Knochendichtemessung nicht zuverlässig“

Hofbauer und seine Kollegin Professorin Martina Rauner vom UCGA sowie Partner aus dem EU-Projekt FIDELIO (Knochengesundheit bei Diabetes) haben gerade eine Übersicht dazu veröffentlicht (Lancet Diab & Endocrinol 2022; 10: 207-220).

Sie gehen vor allem auf innovative Bildgebung ein. Der Standard DXA (Dual Energy X-ray Absorptiometry) zur Messung der Knochendichte erfasse das Frakturrisiko bei Diabetes nicht zuverlässig. Das erschwere eine gezielte Diagnose.„Zudem sind aktuelle Therapien bisher nur bei postmenopausaler Osteoporose validiert worden“, so Hofbauer.

Tatsächlich sei jetzt in einer Studie festgestellt worden, dass besonders T2DM als ein Modell des beschleunigten Alterns bezeichnet werden könne, so Rauner: „Dieses Konzept ist die Basis für die Entwicklung von Senolytika. Diese neuartigen Arzneien sollen speziell auf die Eliminierung alternder Zellen abzielen.“

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