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Hohes Diabetes-Risiko durch Hormonstörung

(14.6.2021) - Etwa 15 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter in Deutschland leiden an einem PCO-Syndrom (Polyzystisches Ovarialsyndrom, PCOS). Die laut Fachleuten häufigste Hormonstörung der Frau erhöht das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Auch die Gefahr, eine Fettleber auszubilden, ist bei Betroffenen deutlich höher.

Hartnäckiges Übergewicht, vermehrte Körperbehaarung, dünner werdendes Kopfhaar, unerfüllter Kinderwunsch sowie Akne – dahinter kann ein Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS) stecken, erklärt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) in einer aktuellen Mitteilung. Was vielen betroffenen Frauen nicht bekannt ist: Die komplexe Störung des hormonellen Regelkreises erhöht auch ihr Risiko, an einem Typ 2 Diabetes zu erkranken um das Zwei- bis Neun-fache. Darüber hinaus bilden Patientinnen mit PCOS viermal öfter eine Fettleber aus.

Etwa 15 Prozent der Frauen betroffen

Wie auf dem öffentlichen Gesundheitsportal Österreichs „Gesundheit.gv.at“ erklärt wird, ist das PCO-Syndrom (polyzystisches Ovarialsyndrom, PCOS) die häufigste Hormonstörung der Frau.

Hierzulande leiden etwa 15 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter an einem PCOS. Dabei ist laut der DDG unter anderem die Balance der Geschlechtshormone gestört. Ein Überschuss an männlichen Hormonen kann demnach zu einer Vermännlichung der weiblichen Silhouette führen. Zudem fallen entsprechend dem männlichen Verteilungsmuster Kopfhaare aus und wachsen dafür an anderen Stellen.

Außerdem stört zu viel Testosteron die Entwicklung der Eibläschen. Das macht sich als Zyklusstörung und Unfruchtbarkeit bemerkbar. In der Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke ist bei den Betroffenen in mehr als 70 Prozent der Fälle eine typische perlschnurartige Anreihung der Eibläschen sichtbar.

„Diese vielen kleinen Zysten haben der Erkrankung den Namen gegeben“, erklärt Privat-Dozentin Dr. med. Susanne Reger-Tan, Leiterin des Diabeteszentrums Diabetologikum DDG der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel an der Universitätsklinik Essen.

Schwer zu durchbrechender Teufelskreis

Der Begriff „PCOS“ lässt den engen Zusammenhang mit Typ 2 Diabetes jedoch nicht auf den ersten Blick erkennen. Denn auch der Stoffwechsel ist betroffen: Viele Patientinnen leiden an starkem Übergewicht, das trotz aller Anstrengungen einfach nicht weichen will. Das liegt an einer ebenfalls auftretenden Insulinresistenz.

„Die reduzierte Empfindlichkeit der Körperzellen, auf Insulin zu reagieren, führt zu einem Überschuss an Insulin im Blut“, sagt Reger-Tan. Dieser wiederum stimuliert die weitere Gewichtszunahme und verstärkt den Überschuss männlicher Hormone.

Damit beginnt ein schwer zu durchbrechender Teufelskreis aus Insulinresistenz, Gewichtszunahme, noch mehr männlichen Hormonen sowie weiterer Abstumpfung der Körperzellen gegenüber Insulin.

In der Folge drohen metabolische Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes bereits in jungen Jahren sowie Schwangerschaftsdiabetes.

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