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Hilfe aus dem Garten bei Diabetes

Am Sachsenhäuser Krankenhaus in Frankfurt gibt es einen speziellen Garten. Dessen Pflanzen bieten Linderung gegen Beschwerden bei Diabetes.

(2.7.2021) - Etwas abseits des Weges, der hinter dem Medizinische Versorgungszentrum Sachsenhausen in der Frankfurter Schifferstraße entlangführt, liegen fünf besondere Beete. Wer weiß, wonach er Ausschau halten muss, erahnt die Pflanzen in ihren Einfassungen bereits von weitem. Aus der vorderen rankt eine Hopfenrebe in die Höhe und führt zu einem nahen Baum. In den danebenliegenden blüht es in den Farben Weiß, Lila, Rosa, Gelb.

Doch die Beete sollen nicht unbedingt eine Zier für die Augen sein, sondern Menschen mit Diabetes Anregungen geben, welche Pflanzen eine positive Wirkung auf die Gesundheit und das Wohlbefinden haben, und den Diabetes – wenn auch nicht heilen – so doch positiv beeinflussen können.

Zu seiner Eröffnung im Jahre 2012 war der Frankfurter Diabetesgarten der erste und einzige in Deutschland. Kristian Rett, damaliger Chefarzt der Endokrinologie und Diabetologie, und Diabetesexperte Hans Lauber, der selbst erkrankt ist, brachten das Projekt auf den Weg. Mittlerweile gibt es auch in Lübeck einen Diabetesgarten, den Ursprung der Idee bilden Beete im schweizerischen Riehen bei Basel.

An einem sonnigen Junitag im Jahr 2021 steht Ralf Jung, der aktuelle Chefarzt der diabetologischen Abteilung in Sachsenhausen, an den fünf Einfassungen mit den Gewächsen. Er erzählt von den Wirkungen der Pflanzen, der Geschichte der Klinik und dem Stand der Medizin. „Ein Mal im Jahr veranstalten wir einen Gartentag, an dem wir die einzelnen Pflanzen erklären“, sagt der 54-jährige Chefarzt. Die Zuhörerinnen und Zuhörer würden dann oftmals Neues über Pflanzen wie Ingwer, Kümmel oder Topinambur erfahren. Ralf Jung und Hans Lauber beantworten dann geduldig die Fragen der Anwesenden. Denn viele Beschwerden, unter denen an Typ-2-Diabetes Erkrankte leiden, können durch die rund 50 Pflanzen in den fünf Beeten gelindert werden.

Aber der Chefarzt macht auch deutlich, dass man die Anwendung einiger Pflanzen durchaus vorher mit seiner Hausärztin oder seinem Hausarzt abklären sollte. Manche, wie das Johanniskraut, haben Auswirkungen auf Medikamente – sorgen etwa dafür, dass Mittel stärker oder schwächer wirken. „Die Pflanzen selbst sind nicht in die Behandlung bei uns eingebunden“, sagt der Chefarzt. Allerdings würden viele Medikamente auf Inhaltsstoffen basieren.

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