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Herpesviren als Risikofaktoren für Diabetes

Die Liste der Diabetes-Risikofaktoren ist lang, wobei die meisten Menschen zunächst unweigerlich an ungesunde Ernährung und Übergewicht als potenzielle Auslöser denken. Doch auch Infektionen mit zwei gängigen Herpesviren sind laut einer aktuellen Studie mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden.

(13.5.2022) - Forschende der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), des Helmholtz-Zentrums München, des Imperial College London und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben die Auswirkungen von Herpesvirus-Infektionen auf das Risiko für Typ-2-Diabetes untersucht. Die Ergebnis wurden in dem Fachmagazin „Diabetologia“ veröffentlicht.

Diabetes weltweit stark verbreitet

Schätzungsweise litten rund 9,3 Prozent der Weltbevölkerung im Jahr 2019 an Typ-2-Diabetes und Betroffene weisen vor allem aufgrund der daraus resultierenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine erhöhte Sterblichkeitsrate auf, berichten die Forschenden.

Viele verhaltensbedingte, umweltbedingte und genetische Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes sind bereits bekannt, doch Virusinfektionen stehen erst seit kurzem als potenzielle Auslöser in der Diskussion.

Herpesviren und Typ-2-Diabetes

In der aktuellen Studie haben die Forschenden nun einen möglichen Zusammenhang zwischen Herpesviren und Typ-2-Diabetes anhand der Daten von 1.967 Personen aus der bevölkerungsbezogenen Gesundheitsforschungsplattform KORA (Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg) untersucht.

Alle Teilnehmenden wurden bei Studienbeginn (2006-2008) und bei der Nachuntersuchung (2013-2014) eingehend medizinisch untersucht. Dazu gehörten Tests auf das Vorhandensein humaner Herpesviren, orale Glukosetoleranztests (OGTT) und die Messung des glykosylierten Hämoglobins (HbA1c).

Bei Studienbeginn waren die Teilnehmenden durchschnittlich 54 Jahre alt, 962 (49 Prozent) waren Männer und 999 (51 Prozent) Frauen. Für die Inzidenzanalyse zur Entwicklung von (Prä-)Diabetes wurden die Daten der 1.257 Teilnehmenden mit normaler Glukosetoleranz zu Studienbeginn verwendet, erläutert das Team

Herpesviren mit Blutproben nachgewiesen

Weiterhin wurden Analysen der Blutproben durchgeführt, um das Vorhandensein von Antikörpern gegen sieben der acht bekannten humanen Herpesviren – Herpes-Simplex-Viren (HSV) 1 und 2, das Varizella-Zoster-Virus (VZV), das Epstein-Barr-Virus (EBV), das Cytomegalovirus (CMV) und die menschlichen Herpesviren (HHV) 6, 7 und 8 – nachzuweisen.

Alle diese Herpesviren verursachen nach einer anfänglichen, meist milden oder asymptomatischen Primärinfektion lebenslange latente Infektionen in ihren Wirten, erläutern die Fachleute. Ein Nachweis der Antikörper kann auf das Vorhandensein von sowohl primären als auch latenten Infektionen schließen lassen.

Diabetes-Risikofaktoren erfasst

Die Forschenden haben außerdem weitere Faktoren erfasst, von denen bekannt ist, dass sie mit dem Diabetes-Risiko in Verbindung stehen. Darunter das Geschlecht, das Alter, der Body-Mass-Index (BMI), körperliche Aktivität und Bluthochdruck.

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