Skip to main content

Harry Wijnvoord - "Der Preis ist heiß"

Eine große Packung Tempos kostet 1,69 Euro - stimmt der Preis? Ja oder nein. Stimmt nicht, 1,59 Euro! Die goldene Regel bei "Der Preis ist heiß" war ja: Die Kandidaten sollten die Preise für bestimmte Haushaltsprodukte schätzen, ohne den korrekten Preis zu überbieten.

Ab 1989 moderierte Harry Wijnvoord die beliebte Sendung auf RTL und war zu dieser Zeit neben Rudi Carrell der bekannteste holländische TV-Moderator. Als nach neun Jahren sein Vertrag nicht mehr verlängert wurde, schlitterte Wijnvoord in eine Lebenskrise und Essen wurde für ihn immer mehr zu Ersatzbefriedigung. Er nahm kontinuierlich zu und erkrankte mit 137 Kilo an Diabetes Typ 2. Er zog die Notbremse und stellte seine Ernährung erfolgreich um.

 

Wijnvoord wurde als Ältestes von vier Geschwistern in den Niederlanden geboren und zog 1964 mit seiner Familie nach Deutschland. Nach der Schule sollte er eine Kürschnerausbildung im Betrieb seines Vaters machen, wurde aber wegen Faulheit entlassen. Dann lernte er Steuerfachgehilfe, was ihm auch keinen Spaß machte und er das Examen nach eigenen Aussagen „mit Mühe und Not“ im zweiten Anlauf schaffte.

 

Er beendete seine Tätigkeit in diesem Beruf und arbeitete zunächst als Verkaufsrepräsentant bei der griechischen Fluggesellschaft Olympic Airways, die damals Aristoteles Onassis gehörte. Wijnvoord: „Er war mein Vorbild und hat sein gesamtes Vermögen mit Öl gemacht, bei mir reichte es leider nur zum Olivenöl auf Salat“. Und weiter: „Von diesen luftigen Geschäften habe ich dann zu einer bodenständigen Schifffahrtsgesellschaft gewechselt. Bei North Sea Ferries war ich als Verkaufsleiter in Süddeutschland, Österreich und Schweiz tätig. Dann war es endlich geschafft, ich konnte jeden Morgen meinen eigenen Chef im Spiegel sehen, N & W TRAVEL, eine Firma für Marketing und Veranstalter von Gruppenreisen wurde geboren“.

 

Wijnvoord begleitete eine Gruppe von Medienfachleuten für drei Tage nach Hollywood und wurde dort vom damalige RTL Unterhaltungschef Jochen Filser entdeckt. „Er sagte, ich wäre der richtige Typ für die neue amerikanische Gameshow bei RTL, es folgten Probeaufnahmen in München für "the price is right", ein deutsch-amerikanisches Gremium befand mich als beste Besetzung für diese Show, womit sie vollkommen Recht hatten denn: "Der Preis ist heiß" lief neun Jahre und 1.873 Sendungen wurden von mir moderiert.“ 1997 setzte RTL das Format trotz immer noch hoher Quoten ab. Der neue Unterhaltungschef wollte lieber billige US-Serien zeigen, um so mehr junge Zuschauer vor den Fernseher zu locken.

 

Danach folgten auf TM 3 über 400 Shows "Der Reis ist heiß" und ca. 2.500 Radiosendungen für verschiedene Rundfunkstationen in Nürnberg und Berlin. Außerdem wurde Wijnvoord Programmdirektor bei Homeordertelevision in Belgien für das holländisch sprechende Publikum, war verantwortlich für das Casting und die Ausbildung von Moderatoren und Geburtshelfer für einige RTL–Shows.

 

Aufsehen erregte er durch seine Teilnahme bei der RTL-Dschungel-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“. Einige erinnern sich vielleicht noch: Wijnvoord, das war der nette Dicke, der schon nach einigen Tagen rief: „Ich bin ein Star – holt mich hier raus.“ Er sagt, das unflätige Benehmen der anderen Kandidaten hätte ihn provoziert. Darum hätte er das Camp verlassen. Ein Wutausbruch hätte sein Image als freundlicher Holländer beschädigt. Also zog er sich völlig zurück und verbrachte die Zeit bis zu seinem freiwilligen Abgang schnarchend in der Hängematte.

 

Immerhin: Harry speckte im Camp acht Kilo ab!

Auf seiner Referenzliste aber taucht das „Dschungelcamp“ sicherheitshalber nicht auf.