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Frühlingsbeginn: Es liegt was in der Luft

Spüren Sie es auch? Es liegt was in der Luft... Der Frühling ist im Anmarsch – Corona ist bereits da!

„Spüren Sie es auch? Es liegt was in der Luft…Ja, der Frühling. Aber den meine ich gar nicht. Über dem Frühling da liegt noch ganz etwas anderes und das drückt ein bisschen auf´s Gemüt. Ich meine natürlich das Coronavirus.“, mit diesen Worten brachte Peter Klien in seiner Sendung „Gute Nacht Österreich“ unsere aktuelle Situation so treffend auf den Punkt: Der Frühling ist im Anmarsch – Corona ist bereits da!

Von Manuela Stachl

„Nichts ist so beständig wie der Wandel“ (Heraklit)

Die Krise rund um die Ausbreitung des Coronavirus hat uns alle fest im Griff. Die Regierung und die zuständigen Organisationen sind bestens aufgestellt und reagieren richtig. Die gesetzten Maßnahmen sind überaus sinnvoll, auch wenn sie unser Leben komplett umkrempeln und einschränken. Glücklicherweise gibt es digitale Medien und Telefon. So können wir mit unserem sozialen Umfeld, beruflich wie auch privat, weiterhin in Kontakt bleiben – ohne uns dabei einer Ansteckungsgefahr auszusetzen.

Es ist nur schwer begreifbar, was alles in kurzer Zeit passiert ist und genauso ist es auch schwer vorstellbar, was noch auf uns zukommt. Für mich persönlich fühlt sich unsere gegenwärtige Realität immer noch fiktiv und unwirklich an. So als wären wir alle Darsteller und Darstellerinnen in einem gigantischen Hollywood-Katastrophenfilm. Bekanntlich gibt es in diesen Filmen aber auch immer ein Happy End und angeblich verschwinden die meisten Pandemien glücklicherweise fast so schnell, wie sie begonnen haben. Das schürt meinen Optimismus.

Ein Übel kommt selten allein

Der aktuelle Ausnahmezustand löst natürlich eine Vielzahl an Gedanken, Gefühlen und Reaktionen in uns aus. Wir erleben jetzt vermehrt Zustände wie Überforderung, Frustration, Sorge und durchleben verschiedene Ängste, wie etwa vor Unfreiheit, Kontroll- und Jobverlust oder Machtlosigkeit. Angst und Stress hängen eng zusammen. Das eine können wir nicht ohne das andere haben. Angst bewirkt Stress und Stress wiederum fördert Ängste.

Meine Freundin Karin hat sich bereits lange vor Auftreten der Coronakrise intensiv damit auseinandergesetzt, welche Auswirkungen Stress auf ihren Körper hat. Sie ist seit ihrer Jugend Diabetikerin und weiß aus eigener langjähriger Erfahrung, wie schnell ihre Zuckerwerte aus dem Lot geraten, wenn sie über längere Zeit Stress ausgesetzt ist. Bei Stress schüttet der Körper unter anderem vermehrt Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol aus. Da alle Stresshormone Gegenspieler von Insulin sind, macht sich eine solche Anspannung auch in höheren Blutzuckerwerten bemerkbar.

Der größte Stressauslöser ist unser eigenes Kopfkino

Karin erklärte mir, dass sich bei ihr und auch bei allen anderen Menschen, die bereits an Diabetes erkrankt und dann zusätzlich höherem Stress ausgesetzt sind, wie aktuell durch die Corona-Problematik, der Diabetes verschlechtern kann. Sie meinte außerdem, dass Menschen, die schlecht mit Stress umgehen können, eine höhere Wahrscheinlichkeit haben an Diabetes zu erkranken. Bei sehr niedriger Stressresilienz ist das Risiko an Diabetes zu erkranken etwa doppelt so hoch, wie bei Menschen mit normaler Stressresilienz.

Experten sind der Meinung, dass der größte Stressauslöser unser eigenes Kopfkino ist. Unser Selbst- und Weltbild, wie wir Dinge bewerten und damit umgehen. Oder um mit Karins Worten zu sprechen, „So wie ich die Welt sehe, so ist sie. Nehme ich mein Leben, meinen Diabetes, die Welt oder eben die Corona-Krise kraftvoll, selbstbestimmt und optimistisch wahr oder sehe ich alles rabenschwarz, erdrückend oder gar ausweglos?“. Karin hat sich für ersteres entschieden und wird dem Corona-Stress durch positive Gedanken die Stirn bieten.

Veronika, der Lenz ist da! Am 20. März 2020 ist Frühlingsbeginn

Wenn wir aus dem Fenster blicken und im Garten Krokusse, Schneeglöckchen, Märzenbecher und Primeln blühen, wissen wir, der Frühling ist endlich wieder da. Mit der steigenden Lichtintensität werden vermehrt die Hormone Serotonin und Dopamin ausgeschüttet. Diese sorgen für ein allgemein besseres Befinden und bewirken eine leichte Euphorie – Das können wir jetzt alle gut brauchen.

Doch meine Lieblingsjahreszeit ruft auch eine, nicht so wünschenswerte Erscheinungen hervor – die Frühjahrsmüdigkeit. Die Symptome treten meist ab Mitte März bis Mitte April auf und sind unterschiedlich ausgeprägt: Müdigkeit, Wetterfühligkeit, Schwindelgefühl, Kreislaufschwäche, Gereiztheit, Kopfschmerzen, teilweise Gliederschmerzen und Antriebslosigkeit.

Da auch ich Jahr für Jahr von der Frühjahrsmüdigkeit betroffen bin, weiß ich, dass es kontraproduktiv ist, der Müdigkeit nachzugeben. Viel sinnvoller ist es, sich im Freien aufzuhalten, sich dabei viel zu bewegen und Tageslicht aufzunehmen. Allerdings lautet der derzeit wichtigste Tipp, den jeder Einzelne im Kampf gegen das Coronavirus befolgen sollte: Zu Hause bleiben, soweit es geht. Es spricht aber nichts dagegen in den eigenen vier Wänden aktiv zu werden, denn Bewegung ist auch drinnen möglich.

Aktiv statt frühlingsmüde

Sportliche Aktivität steigert unser Wohlbefinden, baut Stress ab, reduziert den Insulinbedarf erheblich und verbessert die Blutzuckerwerte. Außerdem kurbelt Bewegung unsere Abwehrkräfte an und wirkt sich positiv auf unser Herz-Kreislauf-System aus. Wer nicht ohne Anleitung Turnen möchte, kann sich unzählige Anregungen und Workout-Videos aus dem Internet downloaden. Viele Fitness- und Yogastudios bieten bereits vermehrt Online-Kurse an. Sich die Beine im Stiegenhaus vertreten, Tanzen, alleine oder mit dem Partner oder auch eine Radtour auf dem Hometrainer, sind ebenfalls gute Möglichkeiten die eigene Fitness zu verbessern, ohne dafür das Haus verlassen zu müssen.

Karin meint, dass sie als Diabetikerin prinzipiell jeden Sport ausüben kann. Am besten geeignet sind allerdings Ausdauersportarten jeglicher Art, wie Nordic Walking, Radfahren, Laufen und Schwimmen oder Gymnastikübungen, die zusätzlich auch die Beweglichkeit und Koordination verbessern. Solche Aktivitäten sind ihrer Meinung nach für den Stoffwechsel günstiger als Sportarten, bei denen es zu kurzzeitigen Spitzenbelastungen kommt, weil diese zu einem starken Blutzuckerabfall führen können und somit den Blutzuckerspiegel negativ beeinflussen.

Was dem Immunsystem jetzt außerdem noch gut tut

Menschen mit Diabetes haben oftmals ein geschwächtes Immunsystem und leiden daher häufiger an Infekten und Entzündungen als Gesunde. Laut aktuellen Informationen hängt vor allem von unserem Immunsystem ab, wie schwerwiegend eine Coronainfektion unsere Gesundheit beeinträchtigt. Daher ist es gerade jetzt sehr wichtig, etwas für die Stärkung der Immunabwehr zu tun.

Neben den bereits erwähnten sportlichen Aktivitäten sind außerdem auch ein positives Mindset, Stressreduktion, ausreichend Schlaf, viel trinken, Wechselduschen der Arme und Beine, viel Sonnenlicht zur Bildung von Vitamin D (auch Tageslichtlampen können hier helfen) und vor allem eine vernünftige Ernährung mit ausreichend Obst und Gemüse sinnvoll und zielführend.

Pflege deinen Garten und der Garten pflegt deine Seele (Mark Balkens-Knurre)

Wer jetzt einen Garten oder Balkon besitzt ist klar im Vorteil. Neben der Möglichkeit sich ohne Bedenken im Freien aufzuhalten und ausreichend Frischluft wie auch Sonnenlicht zu tanken, wartet hier aber auch jede Menge Arbeit. Viele Hobbygärtner stehen bereits in den Startlöchern, um Sträucher zurückzuschneiden, altes Laub zu entfernen oder Beete vorzubereiten und mit wenig Komposterde aufzufüllen. Aber noch ist Vorsicht geboten, da immer noch Minusgrade möglich sind.

Der Frühling ist die perfekte Zeit, um einen Kräutergarten anzulegen. Frühlingskräuter sind nicht nur ideal zum Würzen, sondern auch wertvolle Heilsubstanzen. „In der Diabetes-Behandlung spielen Heilkräuter allerdings nur eine unterstützende Rolle. Der begleitende Einsatz von Kräutern sollte mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.“, erklärte mir Karin, die schon seit Jahren dem Diabetes zuträgliche Kräuter, wie etwa Pfefferminze, Thymian, Rosmarin, Kamille und Petersilie in ihrem Garten anpflanzt und erntet.

Positive Emotionen lassen uns aufblühen

„Wenn wir die erfreulichen kleinen Dinge des Alltags intensiv wahrnehmen und genießen, werden wir achtsamer und fühlen uns langfristig wohler. Positive Aktivitäten wie etwa  jemanden zu helfen, körperlich zu trainieren, sich zu verabreden, aber auch spielen, lernen oder meditieren lösen besonders positive Gefühle in uns aus.“, lehrt uns die Positive Psychologie.

Unsere Gedanken beeinflussen unsere Gefühle und unsere Gefühle beeinflussen wiederum unser Handeln. Daher ist es so wichtig, gerade jetzt in Krisenzeiten, Gedankenhygiene zu betreiben und positive Gedanken zu entwickeln. Die Glücksforschung zeigt, dass es nicht zu einem erfüllten Leben führt, wenn wir uns übermäßig viel mit den Schwierigkeiten in unserem Leben beschäftigen. Stattdessen sollte man lieber den Scheinwerfer auf das Positive im Leben richten.

Hier kann das Führen eines Glückstagebuchs sehr hilfreich sein. Jeden Abend vor dem Einschlafen notiert man je drei Dinge zu den Fragen „Was war heute schön?“ und „Was hat mich heute glücklich gemacht?“. Dabei ist es egal, ob es Dinge oder Momente von großer oder kleiner Bedeutung sind.

Vertrauenswürdige Informationsquellen suchen

Ruhig bleiben, einen klaren Kopf bewahren und selbst denken. Es ist jetzt besonders wichtig, sich eine Informationsquelle zu suchen, der man vertraut. Keinesfalls sollte man alle Infos über soziale Medien einfach so annehmen, wie sie einem gezeigt werden. Sachliche Infos bringen Distanz, in der Folge ist auch eine bessere Einschätzung der Lage möglich.“, rät die Verhaltenstherapeutin Carmen Cihlena im Zusammenhang mit der Krisenbewältigung.

Vertrauenswürdige Informationen finden Sie u. a. hier.

Not macht erfinderisch: Die Sorgen von der Seele singen

Italien ist zurzeit das am stärksten von der Pandemie betroffene Land Europas. Doch die Menschen in Bella Italia lassen sich trotz Quarantäne und Ausgangssperren nicht hängen. Sie machen sich gegenseitig Mut und üben sich durch ihre „Balkonkonzerte“ in Optimismus. Durch Verabredungen an Fenstern oder auf Balkonen wird allen Sorgen getrotzt und gemeinsam musiziert und gesungen.

Auch bereits in Österreich rufen Initiator Georg Rosa und heimische Musiker über soziale Medien zu „Flashmob-Gigs“ auf. Am 15.03.2020 fand erstmals ein „Wohnzimmerfenster-Konzert“ statt, an dem sich auch bekannte Musiker wie Louie Austen, Andie Gabauer, Roman Gregory und Willi Resetarits beteiligten. Wer sich für diese Aktion interessiert, kann sich hier dazu näher informieren.

Neue Möglichkeitsräume betreten

Aufgrund der derzeitigen Situation müssen wir alle auf vieles verzichten. „Verzichte müssen nicht unbedingt Verlust bedeuten, sondern können sogar neue Möglichkeitsräume eröffnen.“, schreibt Zukunfts- und Trendforscher Matthias Horx (www.horx.com; www.zukunftsinstitut.de) in seinem Artikel „Die Welt nach Corona“, in dem er uns zu dem Gedankenexperiment einlädt, von der Zukunft aus zurück ins heute zu blicken.

Jede Krise birgt auch eine Chance in sich

Es sind wirklich fordernde Zeiten, die wir aktuell gemeinsam erleben. Aber sie bringen auch erfreuliche Chancen mit sich. Jetzt können wir Dinge erledigen, die schon lange anstehen oder für die man sich unter normalen Umständen nie die Zeit nimmt. Wir können bewusst entschleunigen, uns auf das Wesentliche konzentrieren und die Auszeit vom Leistungsdruck genießen. Wir können Bindungen zu Freunden und Familienmitgliedern stärken, mit unserer Nachbarschaft näher zusammenrücken und Werte wie Menschlichkeit und echte Wertschätzung zum Aufblühen bringen.

Lassen Sie uns weiterhin zusammenhalten und das Beste aus der Situation machen. Und vor allem – bleiben Sie gesund!