Skip to main content

Frauen mit Diabetes sollten aufs Kinderkriegen vorbereitet sein

Eine gute Diabetes-Einstellung vor der Konzeption und über die gesamte Schwangerschaft erhöhen die Chance auf ein gesundes Kind. Eine britische Studie zeigt, dass da allerdings Vieles im Argen liegt.

(Norwich, 4.5.2021) - Werden Frauen mit Diabetes schwanger, dann ist meist ihre gesundheitliche Situation nicht optimal. Dies steigert die Raten angeborener Fehlbildungen, Totgeburten und neonataler Komplikationen, was jetzt auch die bisher größte populationsgestützte Kohortenstudie zum Thema bestätigt.

Besonders schlechte Stoffwechseleinstellung in der Schwangerschaft sowie Übergewicht verschlechtern die Prognose, wie die Audit-Studie „National-Pregnancy-in-Diabetes“ (NPID) in Großbritannien ergeben hat. Erste Fünf-Jahres-Ergebnisse hat jetzt ein Team um Professor Helen Murphy von der University of East Anglia in Norwich vorgelegt (Lancet Diabetes Endocrinol. 2021, online 28. Januar).

Häufig bedenkliche Arzneien

Die Forscher hatten 17.375 Schwangerschaften aus 172 Kliniken von 2014 bis 2018 ausgewertet. Je die Hälfte der Schwangeren war an Typ-1- oder an Typ-2-Diabetes erkrankt. Frauen mit Typ-2-Diabetes waren im Mittel älter als Frauen mit Typ-1-Diabetes (34 vs. 30 Jahre) und im Vergleich kürzer an Diabetes erkrankt (3 vs. 13 Jahre). Typ-2-Diabetikerinnen stellten sich zudem im Vergleich etwa zwei Wochen später erstmals in der Schwangerschaft vor. Sie wurden auch öfter mit problematischen Antihypertensiva und Lipidsenkern behandelt (15,6 vs. 5,2 Prozent). Allerdings ging bei Schwangeren mit Typ-2-Diabetes im Verlauf der Fünf-Jahres-Studie der Anteil potenziell nachteiliger Medikamente zurück.

Frauen mit Typ-2-Diabetes nahmen zudem im Vergleich besonders selten perikonzeptionell Folsäure ein (22,2 vs. 44,1 Prozent). Die Prophylaxe von Neuralrohrdefekten mit Folsäure blieb bei Typ-2-Frauen in den fünf Jahren enttäuschend niedrig.

HIER weiterlesen…