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Forscher finden Schlankheitsgen

Bei Untersuchungen an 640.000 Probandinnen und Probanden sind Wissenschaftler auf eine seltene genetische Variante gestoßen: Das Gen GPR75 schützt offenbar vor Fettleibigkeit – und weckt die Hoffnung, dass man diesen Effekt auch in Therapien ausnützen könnte.

(6.7.2021) - Zwei Milliarden Menschen weltweit sind laut WHO übergewichtig, im Fachblatt „The Lancet Gastroenterology & Hepatology“ war kürzlich von einer “Pandemie“ die Rede, die sich im Schatten des Coronavirus immer weiter ausbreite.

Betroffen sind nicht nur die westlichen Industrienationen, die Schwellenländer ziehen in hohem Tempo nach, selbst in armen Ländern ist der Anteil Dickleibiger im Steigen begriffen. Die medizinischen Folgen sind bekannt: Übergewicht erhöht das Risiko für Diabetes und Herzinfarkte und könnte in den nächsten Jahren das Rauchen als Hauptursache für Krebs ablösen.

Nahliegend daher, auch nach den erblichen Ursachen der Misere zu suchen. Auf der negativen Seite wurde die Wissenschaft schon mehrfach fündig, mittlerweile sind etwa Gene bekannt, die die Fetteinlagerung im Bauchraum begünstigen, und solche, die den Gusto auf Süßigkeiten, Alkohol und Snacks erhöhen.

Experiment: Mäuse auf Fett-Diät

Natürlich sollte es auch Gene geben, die das Umgekehrte tun, also vor Übergewicht schützen – von so einem Fund berichtet nun der Stoffwechselforscher Luca Lotta. Der Wissenschaftler vom Biotech-Unternehmen Regeneron hat mit seinem Team das Erbgut von 640.000 Probanden und Probandinnen unter die Lupe genommen und dort 16 Sequenzen entdeckt, die mit dem Body-Mass-Index in Zusammenhang stehen. Eine davon – eine seltene Variante des Gens GPR75, die bei vier von 10.000 Personen auftrat – ist offenbar ein Garant für Schlankheit, zumindest, sofern man es mit der Kalorienaufnahme nicht völlig übertreibt.

Dass dem so ist, haben Lotta und sein Team unter anderem im Tierversuch nachgewiesen. Bei Mäusen, die auf fettreiche Diät gesetzt wurden, sorgten Eingriffe an diesem Genort für eine schlankere Konstitution, die genetisch modifizierten Tiere legten um bis zu 44 weniger an Gewicht zu als ihre „normalen“ Artgenossen.

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