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Diabetes: Angehörige per Data-Sharing mit ins Boot holen

Moderne Diabetestherapien mit Insulinpumpe und kontinuierlicher Glukosemessung verbessern nicht nur die Stoffwechsellage. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen können die digitalen Technologien auch positive Effekte auf das familiäre Umfeld haben – was wiederum den Behandlungserfolg steigert.

(11.10.2021) - Die wirksamste Möglichkeit, den Blutzucker mit Insulin einzustellen, ist die Pumpentherapie. Der Blutzuckerspiegel schwankt dann weniger stark, Unterzuckerungen sind seltener, der Stoffwechsel ist insgesamt besser eingestellt. Arbeiten die Geräte mit Systemen zur kontinuierlichen Glukoseüberwachung (rtCGM, real-time continuous glucose monitoring) zusammen, können im Vergleich zur Selbstmessung Niedrigzuckerphasen wirkungsvoll verhindert, hypoglykämiebedingte Ereignisse auf ein Drittel verringert und die Zeit im Zielbereich nachweislich erhöht werden, erläuterte Professor Dr. ­Norbert ­Hermanns vom Forschungsinstitut Diabetes-Akademie Bad Mergentheim und verwies auf die Ergebnisse der HypoDE-­Studie.

Die psychosozialen Effekte hingegen – Zufriedenheit mit der Messmethode, weniger Angst vor Hypo­glykämien, verminderter Stress sowie ein Gewinn an Lebensqualität – würden jedoch geringer ausfallen als erwartet. Überhaupt keinen Effekt hätte das rtCGM auf die Hypoglykämiewahrnehmung der Betroffenen. Unterm Strich, so der Referent, habe sich mit Blick auf das psychosoziale Outcome kein signifikanter­ Unterschied zwischen der Pumpentherapie und der konventionellen Insulinbehandlung mit Selbstmessung und Injektionen zeigen lassen.

Besserer Schlaf und weniger Angst bei jungen Patienten

Einen möglichen Grund dafür, dass die Geräte die in sie gesetzten Erwartungen nur unzureichend erfüllen, sieht Prof. ­Hermann in der Patientenauswahl. Denn in der Praxis würden oft diejenigen mit den modernen Technologien ausgestattet, die schon mit den Standardmethoden Schwierigkeiten hätten. Vielleicht, so vermutete er, bildeten auch die Fragebogen, die in den Untersuchungen zum Einsatz kämen, die Realität nur unzureichend ab, da sie zu wenig Bezug auf die alltäglichen Bedürfnisse der Menschen mit Diabetes nehmen.

Die Mehrzahl der Kinder und Jugendlichen, die moderne Closed-Loop-Systeme benutzen bzw. deren Eltern sehen hingegen positive Effekte auf Schlaf und Angst bei den jungen Diabetespatienten. Mit diesen Geräten lässt sich abhängig vom aktuellen Bedarf des Patienten die basale Insulinzufuhr automatisch anpassen. Einige Anwender fühlen sich allerdings durch Alarme, die auf drohende Unterzuckerungen hinweisen sollen, gestört oder empfinden das Tragen von Sensor und Pumpe als unkomfortabel, berichtete Prof. ­Hermanns.

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