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Corona: Jetzt schlägt die Stunde der Telemedizin

„stayathome“ heißt es dieser Tage. Für jemanden, der auf regelmäßige ärztliche Termine angewiesen ist, gar nicht so einfach!

 „stayathome“ („bleibzuhause“) heißt es dieser Tage, um die rasche Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Für jemanden, der auf regelmäßige ärztliche Termine angewiesen ist und zusätzlich ständig in den Medien hört, dass er/sie zur Risikogruppe gehört, gar nicht so einfach!

Aber: Diabetologinnen und Diabetologen vom AKH Wien unter der Leitung von Assoc. Prof. Dr. Yvonne Winhofer-Stöckl & Univ. Prof. Dr. Alexandra Kautzky-Willer, lassen Sie nicht alleine!

Die Telemedizin lässt sich aufgrund der technischen Innovationen im Feld der Diabetologie sehr gut umsetzen. Über diverse Seiten können die Glukoseprofile den ÄrztInnen zur Verfügung gestellt und telefonisch mit den PatientInnen besprochen werden. Auch abfotografieren der Blutzucker-Profile und einscannen ist möglich. Also, erkundigen Sie sich bei Ihrem betreuendem Zentrum nach deren Angebot.

Fürs AKH Wien können wir sagen: wir sind telefonisch oder per mail an diabetes(at)meduniwien.ac.at für unsere Patientinnen und Patienten erreichbar!

Bleiben Sie zu Hause! Bleiben Sie gesund! Bleiben wir in Kontakt!

Dr. Susanne Pusarnig (selbstgewählter Spitzname „Zuckertante“) führte jahrzehntelang eine erfolgreiche Diabetes-Praxis und hat sich nach ihrem Rückzug aus dem Ärztealltag ganz dem Thema Selbsthilfe verschrieben und in Zeiten vor Corona zahlreiche Vorträge vor Patientengruppen gehalten. Seit Kurzem hat sie das Soziale Netzwerk Facebook für sich entdeckt. Dort steht sie Patienten nicht nur für Fragen zur Verfügung sondern stellt auch selbstgedrehte Schulungsvideos online.  https://www.facebook.com/zuckertante/

Natürlich betreibt sie auch eine eigene Seite im Web und bietet Patienten viel Service an:

Dr. Pusarnig: „Ich bin ONLINE - auch mit der Ordination:
Sie haben einfach nur eine Frage zu Diabetes? Oder brauchen Sie nur eine Überweisung, Verordnung? Bitte Mail an ordination(at)pusarnig.at  (kostet nichts)

Kurs für Typ 2 Diabetiker online ab 25.3., Video-Treffen + Online Begleitung durch 3 Monate www.wiener-diabetes-schule.at   (für Wiener derzeit kostenlos) Gut auch als Wiederholung!

Online Diabetes Betreuung: Besprechung Ihrer Zuckerwerte online, Therapie, Rezepte, Verordnungen: ... Angebot "Von HbA1c zu HbA1c" um EU 30.-/Monat hier: https://www.meinarztonline.at/app/doctors/diabetes-praxis

Online Privat Ordination: Erst-Ordination (1 Stunde) EU 100.-, Kontroll-Termin für alle, die ich schon kenne : EU 40.- , Dienstag Donnerstag Freitag nachmittag nach Anmeldung. Mail an ordination(at)pusarnig.at . Wenn Sie sich das nicht leisten können, ist eine Reduktion auf die Hälfte möglich.

Eine einzelne aber kompliziertere Frage zu Diabetes? Ich antworte ausführlich per Mail oder Video (Euro 20.-)

Auch niedergelassene Ärzte sollen Patienten möglichst nur im Notfall betreuen und direkten Kontakt vermeiden, sagen Behörden. Dietmar Bayer, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Telemedizin, gibt Tipps, wie Ärzte nun digitale Lösungen nutzen können.

Was im Zuge der Corona-Krise passiere, sei „ein positiver Brandbeschleuniger hin zu einer moderneren Medizin“, sagt Dietmar Bayer, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Telemedizin. Die Veränderungen würden nun im laufenden System passieren, sagt er: „Wir haben jetzt keinen Pilotbetrieb, sondern stellen Dinge im laufenden Betrieb und Echtbetrieb um.“ Es beweise sich jetzt auch, dass Ärzte nicht technikfeindlich sind. „Wir haben aber immer gesagt, dass es dafür auch eine adäquate Bezahlung braucht. Derzeit gibt es das.“

Überall dort, wo es bereits Vorbereitungen gegeben hat, – sei es beim elektronischen Rezept, Videokonferenzen mit Patienten oder der elektronischen Befundeinschau in ELGA – werde das jetzt genutzt werden. Man habe im neuen Leistungskatalog der ÖÄK auch schon einige telemedizinische Leistungen, die erprobt werden, wie die Befundbesprechung oder Teledermatologie impliziert.

Die Österreichische Gesundheitskasse hat zudem nun erklärt, dass telemedizinisch Krankenbehandlungen analog einer in der Ordination erbrachten Leistung abgerechnet werden können. „Das sind die primären Anwendungen. Ein Patient kann nun komfortabel geschützt in seiner Umgebung sein, sich einen Termin mit dem Arzt ausmachen und betreut werden.“

Gleichzeitig könnten auch Ärzte, deren Ordinationen gesperrt werden, ihre Patienten weiterbetreuen. Selbst leicht erkrankte Ärzte könnten telemedizinisch noch Patienten versorgen. Es zeige sich aber, dass teilweise die Qualität von Leitungen noch nicht gut genug sei. Leitungen für Voice-Over-IP für Ärzte müssten verstärkt werden, die Breitbandinitiative für Telemedizin fehle noch.

Insgesamt gebe es aber bereits gute Lösungen für Ärzte, sagt Bayer. Auch im Hinblick auf Videoschaltungen. „Wir können gut mit Patienten kommunizieren und sehen auch wie es ihnen geht.“

Bayers Tipp an Ärzte: Das wichtigste seien Lösungen, die Datenschutzgesetzkonform sind. Dazu müsse man mit dem Anbieter einen Vertrag abschließen. „Wir empfehlen europäische Anbieter. Auch bei Cloudlösungen empfehlen wir europäische Lösungen. Wichtig sind (transport)verschlüsselte und abgesicherte Leitungen.“ All das stelle jeweils der Anbieter zur Verfügung und sei meist im Produkt implementiert. Hier gebe es auch Anbieter in Österreich. „Die Geräte sollten vom Arzt nicht in öffentlichen Räumen genutzt werden. Auch Patienten sollten es nicht in Straßenbahn nutzen“, sagt Bayer und betont, dass man das auch in der aktuellen Lage sagen müsse, damit es nicht zu späteren Diskussionen komme. „Oft ist es ja so, dass ein Patient einen Termin ausmacht und dann den Rückruf des Arztes bekommt. Das kann wie beim Wartezimmer auch verzögert sein.“ Wenn sich jemand nicht für eine komplexe Lösung entscheiden will, könne man auch das normale Telefon verwenden. „Man verzichtet da nur darauf, den Patienten zu sehen.“

Auch Konzerne wie Apple und Google bieten Lösungen wie Facetime an – da habe man aber noch keine datenschutzrechtlichen Erfahrungen, sagt der Experte. Technisch seien auch das hervorragende Lösungen, die man im Notfall sicher einsetzen kann.

„Ich denke nicht, dass ein Patient, der jetzt mit seinem Arzt via Skype kommuniziert, ihn dann später aus Datenschutzgründen verklagen will.“ Sicherer seien aber bewährte europäische Lösungen.

Patienten würden Angebote jedenfalls gerne und hochdiszipliniert annehmen. „Das ist für uns alle eine gute Erfahrung.“ Nach der Krise müsse man dann auch analysieren, was wirklich passiert sei und wie es funktioniert habe. „Ich bin mir sicher, dass wir eine Veränderung im System erfahren. Das ist jetzt ein Transformationsprozess.“ Wohin das führt sei noch offen. (rüm)

RELATUS-Service-Tipp: Plattformen für Telemedizin

Die Internet-Plattform „Instahelp“ mit Sitz in Graz, bietet Ärzten ihre Technikplattform in den kommenden drei Monaten als kostenloses Tool für Online-Sprechstunden per Video-/Audiotelefonie oder Textchat an. Die Freischaltung erfolge innerhalb von 24 Stunden. Die Kommunikation sei mittels Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf Servern in Deutschland gesichert. Zu den ersten Nutzern zählen laut dem Unternehmen die Caritas Steiermark, das Wiener Primärversorgungszentrum Medizin Mariahilf sowie die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie im AKH der Stadt Wien.

Um Arztpraxen schnell, effizient und sicher im Umgang mit der sich zuspitzenden Situation zu unterstützen, stellt das Softwareunternehmen CompuGroup Medical (CGM) allen österreichischen Ärzten ab sofort (bis Widerruf) ihre Videosprechstunde Kostenlos zur Verfügung. „Möglicherweise infizierte Personen können so per Videosignal unmittelbar und ohne Ansteckungsrisiko für Ärzte, Personal und Patienten effektiv, profund und persönlich beraten werden“, teilt das Unternehmen mit. Der Zugang zur kostenlosen Videosprechstunde für Ärzte und Krankenhäuser erfolgt unter www.cgm.com/at-corona – Bitte die Arztnummer bereithalten!

Quelle: MedMedia https://www.medmedia.at/relatus-med/