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Bei Kindern mit Typ-2-Diabetes sind die Augen in Gefahr

Ein Typ-2-Diabetes in jungen Jahren ist mit einem besonders hohen Risiko für eine Retinopathie assoziiert. Das ergab eine US-Studie.

(Rochester, 14.1.2022) - Typ-2-Diabetes (T2D) bei Kindern und Jugendlichen ist im Vergleich zu Typ-1-Diabetes (T1D) mit einem deutlich höheren Risiko für eine Retinopathie verbunden. Nach frühem T2D sind daher möglicherweise besonders intensive Interventionen zur Prävention sehbehindernder Komplikationen nötig, berichtet ein Team um Dr. Brian Mohney von der Mayo Clinic in Rochester im US-Staat Minnesota (JAMA Ophthalmol. 2021; online 2. Dezember).

Die Forscherinnen und Forscher haben retrospektiv Daten von 525 jungen Menschen (Alter unter 22 Jahren) aus der Zeit von 1970 bis 2019 im Olmsted County des US-Staates ausgewertet. 461 Teilnehmer (88 Prozent) waren im Schnitt mit 10,8 Jahren an T1D erkrankt sowie 64 mit im Schnitt 17,3 Jahren an T2D. Bei allen waren mindestens einmal im Verlauf der Krankheit die Augen untersucht worden.

Fast jedes dritte Kind mit Augenkomplikationen

Ergebnis: 32 Prozent der Kinder mit T1D (Nachbeobachtungszeit im Schnitt 14 Jahre) und knapp 27 Prozent der Kinder mit T2D (Nachbeobachtungszeit 9 Jahre) entwickelten Augenkomplikationen.

Verglichen mit T1D war bei T2D das Risiko, binnen 15 Jahren nach Diagnose eine Retinopathie zu entwickeln, um 88 Prozent höher (Hazard Ratio: 1,88). Gleichermaßen gab es bei T2D im Vergleich deutlich höhere Risiken für nonproliferative diabetische Retinopathie (HR 1,49) und proliferative Retinopathie (HR: 2,33). Auch der Anteil der T2D-Patienten mit notwendiger pars plana Vitrektomie war im Vergleich zu T1D deutlich höher (HR: 4,06).

In Deutschland erkranken nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) pro Jahr etwa 200 Kinder und Jugendliche im Alter unter 18 Jahren an T2D. Im Jahr 2019 gab es danach eine Prävalenz in der Allgemeinbevölkerung von etwa 1000 Heranwachsenden mit dieser Diabetesform.

Quelle: https://www.aerztezeitung.de/