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Diabetiker-Fuß: Auf leisen Sohlen und wenig beachtet

(31.5.2021) - Es beginnt mit Kribbeln oder einer kleinen, kaum heilenden Verletzung an den Füßen. Im fortgeschrittenen Stadium des sogenannten diabetischen Fußes drohen schwere Schäden bis zur Amputation. Im Gespräch mit dem Patienten können Apothekenmitarbeiter wichtige Maßnahmen einleiten oder überhaupt erst eine Sensibilität schaffen.

Es gibt verschiedene Begriffe: diabetischer oder neuropathischer Fuß, Diabetisches Fußsyndrom (DFS) oder Diabetiker-Fuß. Gemeint ist in jedem Fall eine krankhafte Veränderung des Fußapparats, die sich mit schlecht heilenden chronischen Wunden manifestiert und so erst für den Patienten sichtbar wird. Schmerzen verspürt er als erstes Warnsignal häufig nicht, da die Nervenschädigung (Polyneuropathie) das Schmerzempfinden reduziert oder ausschaltet.

Zum Krankheitsbild zählen bereits präulzeröse Läsionen, die sich zum Beispiel in abnormen Hornhautschwielen zeigen. Unbeachtet und nicht richtig behandelt, kann sich der diabetische Fuß zum Charcot-Fuß oder zur Gangrän entwickeln. Dann kann nur noch eine langwierige Therapie eine Amputation verhindern, jedoch ist keine vollständige Heilung zu erwarten.

Umso wichtiger ist es, Frühzeichen in der Apotheke zu erkennen und anzusprechen. Fragen Diabetes-Patienten zum Beispiel nach Präparaten gegen Hornhautschwielen an den Füßen oder gegen Fußpilz, können dies erste Hinweise sein. Ein Warnzeichen ist auch das Gefühl von »Ameisenlaufen« oder Kribbeln an den Füßen. Mitunter ist es erhellend, wenn das Apothekenteam aktiv nach solchen Symptomen oder dem Zustand der Füße fragt. Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände hat 2010 eine Arbeitshilfe »Beratung zum Thema Fuß von Menschen mit Diabetes« mit den wichtigsten Punkten für die Beratung erstellt.

Jährlich entwickeln etwa 2 bis 4 Prozent der Diabetes-Patienten ein akutes DFS. Das Risiko eines Patienten, im Lauf des Lebens ein DFS zu entwickeln, liegt bei 19 bis 34 Prozent.

Ursachen und Warnzeichen

Das DFS ist eine Folge des dauerhaft erhöhten Blutzuckers, der zu chronischen Schäden an Augen, Nieren und auch den Füßen führt. Infolge der Hyperglykämie (primäre Ursache) kommt es zur Schädigung der großen und kleinen Blutgefäße mit fehlender Regulation des Gefäßtonus, auch als diabetische Angiopathie bezeichnet. Durch die fehlende Regulation entstehen Durchblutungsstörungen in den Extremitäten, insbesondere den Füßen.

Eine weitere Ursache liegt in der diabetischen Neuropathie. Diese Nervenschädigung entsteht ebenfalls infolge dauerhafter Hyperglykämien. Durch die Polyneuropathie ist die Schmerzempfindung reduziert und im fortgeschrittenen Stadium gar nicht mehr vorhanden. Dadurch geht ein wichtiges Warnsignal für tiefe Wunden, die als Folge der Durchblutungsstörungen entstehen, verloren. Für viele Patienten ist das gravierend: Was nicht schmerzt, wird als nicht so bedrohlich eingeordnet.

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