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7 ernüchternde Fakten über Alkohol

Fast jeder kann bei dem Thema Alkohol mitreden und unterliegt doch oft Mythen.

Die vermeintlich friedlichste Zeit des Jahres ist gleichzeitig die Hochprozentigste. In der Vorweihnachtszeit und zum Jahreswechsel fließt der Alkohol in Strömen. Parallel dazu und quasi als Verlängerung der feuchtfröhlichen Stunden ist der Fasching ebenfalls alkoholgetränkt. Fast jeder kann bei dem Thema mitreden und unterliegt doch oft Mythen. Doch die sind von der Wissenschaft längst widerlegt.

Bier auf Wein – lass das sein?

Fakt ist, dass die Reihenfolge keine Rolle spielt: es kommt nur auf die Gesamtmenge Alkohol an, die man konsumiert. Trotzdem könnte in dem Spruch ein Funken Wahrheit zu finden sein. Durch Studien wurde belegt: wer Getränke wechselt, trinkt insgesamt mehr Alkohol. Nach dem dritten Glas wird’s – wenn man nicht wechselt – ein wenig langweilig. Die Folge, man trinkt langsamer und daher auch weniger.

Tricks um schneller nüchtern zu werden?

Die frustrierende Antwort: es gibt keine solchen Tricks. Es nützt weder Kaffee noch ein Energydrink, auch Wasser trinken hilft nur teilweise gegen Symptome des Rausches, nicht aber zur Verminderung des Alkohols im Blut. Nur die Entgiftungszentrale Leber kann Alkohol abbauen. Das tut sie auch, etwa 0,1 bis 0,2 Promille pro Stunde. Bei diesem Abbau entsteht das Zellgift Acetaldehyd, dem wir am nächsten Morgen den Kater verdanken. Das hilft dann ein salziges Frühstück, das dem Körper verlorene Mineralien zurückbringt.

Fettes Futter schützt vor „Flieger“?

Na klar, wer auf leeren Magen trinkt, wird schneller berauscht (in Wien wird ein leichter Schwips auch „Flieger“ genannt) Reichhaltiges, eventuell fettes Essen verzögert die Alkoholaufnahme. Doch am Endergebnis ändert sich nichts. Auch bei verzögerter Aufnahme landet der Alkohol irgendwann im Kopf. Fazit: auch die „gute Unterlage“ vermeidet weder einen Rausch, noch kann sie im Fall der Fälle den Führerschein retten.

Verdauungsschluck vor oder nach dem Essen?

Die Ratschläge für eine der beiden Varianten hört man ebenso oft, wie die angeblich gesundheitliche Begründung: Kräuterschnäpse sollen angeblich die Verdauungssäfte mobilisieren. Irrtum! Das funktioniert schon deshalb nicht, weil Alkohol die Wirkung von Kräutern aufhebt und zudem verdünnt er die Magensäure. Der maximale Effekt? Die Verdauung wird verzögert.

Ein Glas Rotwein für´s gesunde Herz?

Die erfreuliche Antwort ist JA. Eine europäische Studie mit mehr als 380.000 Teilnehmern hat belegt, dass sowohl Männer als auch Frauen, die lebenslang durchschnittlich ein Glas Wein pro Tag tranken, deutlich seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen laborieren und daher auch länger leben. Wie groß das Glas ist, verschweigt die Studie allerdings.

Verdampft Alkohol beim Kochen?

Alkohol verdampft – anders als Wasser -  bereits bei 78 Grad Celsius. Allerdings verbindet er sich mit den Fettmolekülen des Essens. Letzteres enthält deshalb auch nach einer viertel Stunde Kochzeit noch immer 40 Prozent des beigefügten Alkohols. Wer ganz drauf verzichten will, kann schmackhafte Gerichte auch mit (zuckerhaltigen) Fruchtsäften abrunden.

Saufen bis der Arzt kommt?

Komasaufen und ständig steigender Alkoholkonsum war gestern. Auch bei den Jungen. Aktuell gelten in Österreich etwa 340.000 Menschen als alkoholkrank, knapp 735.000  Österreicher konsumieren Alkohol regelmäßig in einem gesundheitsschädlichen Ausmaß. Im europäischen Vergleich rangieren wir beim Alkoholkonsum zwar geringfügig vor Deutschland und Frankreich, aber hinter Spanien und Portugal.

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